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am 26.12.2017

Aufbruchstimmung

LL-Nachwuchs Oberstdorf

Der SC Oberstdorf besteht seit 111 Jahren. Er brachte Olympiasieger und Weltmeister hervor. Die WM 2021 soll für neuen Schwung sorgen

Hinter dem Kreisverkehr, so kurz nach dem Ortsschild, die Schanzen im Blick, da muss es irgendwo versteckt sein. Das Geheimnis. Genauer gesagt: das Erfolgsgeheimnis des SC 1906 Oberstdorf. Denn: Irgendetwas läuft in dieser Marktgemeinde anders als in anderen Orten. Nur so ist es schließlich zu erklären, dass ausgerechnet Oberstdorfer Skisportler disziplinenübergreifend erfolgreicher sind als ihre Konkurrenz. Die Titel- und Medaillensammlung wächst Jahr für Jahr. Experten artikulieren es schon längst nicht mehr nur hinter vorgehaltener Hand: Der SCO ist der erfolgreichste Skiclub der Welt. Aber: Wo oder was ist das Geheimnis? Eine Spurensuche soll Licht ins Dunkel bringen…

Ortseingang Oberstdorf, von der B19 kommend, gleich links – das Gertrud-von-le-Fort-Gymnasium. Auf einem Schild, unmittelbar neben dem Eingang, steht: Eliteschule des Sports. „Wir sind im Augenblick die einzige staatliche Schule, die gleichzeitig auch Eliteschule des Sports ist,“ sagt Direktor Ludwig Haslbeck. Einer seiner erfolgreichsten Abiturienten ist Johannes Rydzek, mittlerweile sechsfacher Weltmeister in der Nordischen Kombination und Topfavorit auf Gold bei den Olympischen Spielen im Februar 2018. Rydzek hat auch von einem modernen Schulsystem profitiert, das ihm neben dem Training auch das Abitur
ermöglicht hat. „Unsere Spitzensportler können in Einzelfällen drei Jahre in der Oberstufe verbringen,“ erläutert Haslbeck. „Zudem bieten wir in der Mittelstufe einen eigenen Sportlerzweig an. Und wir haben seit zwei Jahren die Mittelstufe plus – sogar als Pilotschule.“ Das bedeutet: Die Schüler sind statt drei dann vier Jahre in der Mittelstufe, verringern damit die schulischen Belastungen, haben mehr Übungszeiten und keinen Nachmittagsunterricht. Besonders Engagement wird dabei vom Lehrpersonal erbracht. Von insgesamt 500 Schülern sind 130 Leistungssportler.

Am Fuße der Nebelhornbahn, mitten im Ort, sitzt Florian Kuiper in seinem Büro und koordiniert unter anderem die Infrastruktur für die Sportler. „Oberstdorf hat deutschlandweit, auch pädagogisch gesehen, einen sehr guten Ruf,“ freut sich der Leiter des Sportinternats. „Wir haben in unserem Internat inzwischen Athletinnen und Athleten aus sehr unterschiedlichen Sportarten. Von Eiskunstlauf bis Snowboardcross, dazu Alpine, Langläufer und Nordische Kombinierer.“ Heißt: Die Kombination aus Schule und Sport gibt nicht nur den Talenten eine gewisse Sicherheit in Sachen Ausbildung, sondern auch oder gerade den Eltern. Und schon ist der Anreiz da, sich für den SC Oberstdorf zu entscheiden. „Insbesondere in den höheren Schulklassen ist es häufig für die Eltern schwierig einzuschätzen: Kann ich meinem Kind den Leistungssport perspektivisch gesehen als alleinigen Job mitgeben oder hat es die Möglichkeit, etwas zu lernen“, sagt Peter Kruijer, Erster Vorsitzender des SCO. „Es kommen nämlich nicht alle oben an.“ Und so hat derjenige, der später auf irgendeinem sportlichen Level hängen bleibt, zumindest noch eine vernünftige Schulbildung. Doch nicht nur Gymnasium oder Internat machen den Standort Oberstdorf attraktiv. Es sind vor allem auch die Sportstätten und die Großveranstaltungen, die Kinder und Jugendliche zum Wintersport führen. „Das visuelle ist für die jungen Athleten mindestens genauso Mittags wichtig wie das Training“, sagt Langlauftrainer Hartmut Arnold. „Die Kinder sehen die Weltklasse-Athleten und versuchen, diese dann zu kopieren. Zudem sind sie bei den Wettkämpfen mittendrin.“ Als Fahnenträger bei der Vierschanzentournee
oder als Vorläufer bei der Tour de Ski zum Beispiel. Auge in Auge, Seite an Seite mit Weltmeistern und Olympiasiegern – das hat schon was. „Schanzen direkt im Ort, ein Langlaufstadion, alle Liftanlagen in unmittelbarer Nähe – die Infrastruktur in Oberstdorf ist einmalig“, frohlockt Kuiper, der auch immer wieder vom „besten Stützpunkt Deutschlands“ spricht. Wohl auch deshalb, weil er an der Schnittstelle von Nachwuchs- zu Spitzensportlern mit dem SC Oberstdorf einen zuverlässigen und leistungsstarken Partner hat. „Einige Trainer sind mischfinanziert“, sagt der Stützpunktleiter, was die sehr enge Zusammenarbeit unterstreicht.

Insgesamt beschäftigt der SCO 18 Trainer, fährt mit acht Bussen zu Trainingslagern und Wettkämpfen. Angeboten werden die Disziplinen Skisprung/Nordische Kombination, Langlauf und alpines Skifahren. Knapp 300 Nachwuchssportler werden zur Zeit gefördert, 37 aus dem Bereich Sprung/NoKo, 138 Langläufer und 120 Alpine. Außerhalb des Ortszentrums, im Langlaufstadion im Ried, spornt Trainer Arnold derweil seine Jugendlichen an; vermittelt Technik und Ausdauer. Nebenbei geht es aber noch um einiges mehr. „Sie können das heutzutage nicht mehr nur auf den reinen Leistungsaspekt reduzieren. Hier stehen auch Persönlichkeitsbildung, Disziplin und Lösen von möglichen Problemen innerhalb einer Gruppe mit auf der Agenda“, verrät der Übungsleiter. Derweil haben sich oben auf dem Fellhorn die Alpinen eingefunden. Nach Schule und kurzer Mittagspause ist Riesenslalom-Training angesagt. Bei strahlend blauem Himmel und einer ausgezeichnet präparierten und abgesperrten Piste. „Das“, sagt David Berktold, „geht nur mit der Unterstützung der Oberstdorfer Bergbahnen. Selbst in schwierigen Zeiten, mit wenig Schnee, können wir hier trainieren.“ Zudem verweist Berktold auf das Zusammenspiel mit dem Gymnasium, gerade wenn es im Herbst mal für ein paar Tage zum Gletschertraining geht. „Wir versuchen den Unterrichtsstoff so abzustimmen, dass unsere Athleten in der Zeit, in der sie fehlen, nicht allzu viel verpassen.“ Mit anderen Worten: Wird auf den Bergen länger gearbeitet, fahren sie in der Schule die Umfänge ein wenig zurück. Dieses „Teamwork“ funktioniert. „Für uns ist es doch Bestätigung, wenn ein Schüler sportlichen Erfolg hat“, sagt Direktor Haslbeck. Mittlerweile dämmert es in Oberstdorf. Das Flutlicht an den Schanzen geht an, rege Betriebsamkeit am Schattenberg. Ralf Schmid hat seine Gruppe versammelt, ein paar Eltern stehen im Auslauf. „Viele Mamas haben Angst um ihre Kinder, wenn sie sie so durch die Luft fliegen sehen, aber es passiert glücklicherweise relativ wenig“, sagt Schmid. Er hatte zuletzt ein paar geburtenschwache Jahrgänge, inzwischen sind die Kader wieder größer. „Dennoch,“ schmunzelt Schmid, „liebe Eltern, bitte dranbleiben, damit wir den Sprungsport auch in den nächsten Jahre so weiter betreiben können.“ Das Fleckchen Erde am Schattenberg unterscheidet den SC Oberstdorf maßgeblich von seinen Mitbewerbern: die Schanzen und das Stadion, auf das einmal im Jahr die ganze Welt schaut – zum Auftakt der Tournee. „Über dessen finanziellen Erfolg und den der anderen Großveranstaltungen sichern wir die Nachwuchsförderung“, erläutert Kruijer. Hinzu kommen mögliche Erlöse aus Weltmeisterschaften. Wenn an deren Ende eine „schwarze Null“ steht, ist das ein Erfolg für die Nachwuchsarbeit. „Die Jugendlichen werden durch derartige Events motiviert, avancieren später vielleicht dadurch zu Leistungsträgern und ziehen wieder Jüngere nach“, rechnet Kruijer vor, der hauptberuflich Arzt ist.

Auf Aufbruchstimmung, was die Mitgliederzahlen anbetrifft, setzen die Oberstdorfer mit Blick auf die Nordische Ski-WM 2021, die dritte nach 1987 und 2005. Damals gab es einen kleinen Boom, waren die Trainingsgruppen proppevoll. „Eine WM gibt uns aber auch infrastrukturell vielleicht die Möglichkeit, an der einen oder anderen Stelle nachzubessern“, hofft Kuiper aus Sicht des Sportinternats. Idealerweise wäre das in Form einer modernen Sporthalle, einer Art Sportzentrum, mit entsprechendem Fitnessbereich für die vielen Athleten, die in Oberstdorf trainieren. „Und dem Internat stünde eine Modernisierung auch gut zu Gesicht“, fügt er hinzu. Klappt das, wird der rund 2100 Mitglieder starke SC Oberstdorf auch weiterhin für Furore sorgen – in vielen Jahrgangsstufen, Disziplinen und Ergebnislisten. Der Blick hinter die Kulissen hat diverse Erkenntnisse darüber geliefert, warum das alles so ist. Der entscheidende Hinweis kommt aber schließlich im dunklen Skisprung- Stadion. Und zwar von Ralf Schmid. „Das Besondere hier ist der Zusammenhalt innerhalb der Marktgemeinde zwischen Sport, Tradition und dem Engagement jedes Einzelnen im Skiclub.“ Na bitte – damit ist
das Erfolgsgeheimnis wenigstens ein bisschen gelüftet.

Allgäuer Anzeigeblatt, 23.12.2017

am 19.12.2017

Grinsen im Dauermodus

Johannes Rydzek präsentiert seine vier Goldmedaillen

Was der Oberstdorfer Johannes Rydzek nach seiner Wahl zum Sportler des Jahres alles erlebte. Aus der Heimat bekam er Hunderte von Glückwünschen auf sein Handy.

Solche Tage stressen einen 25-Jährigen (noch) nicht. Trotz unglaublicher körperlicher Anstrengungen, trotz mentaler Anspannung und trotz des Trubels, wie er ihn um seine Person vorher noch nicht erlebt hatte. Bei Dunkelheit in Ramsau aufgestanden, „mal schnell“ einen Kombi-Weltcup bestritten und Fünfter geworden, mit dem Flieger von Salzburg nach Baden-Baden gejettet, den Titel „Sportler des Jahres“ abgeräumt und dann bis spät in die Nacht gefeiert. „Ja“, sagte Johannes Rydzek „das war schon extrem viel Rummel, aber es ist mir kein einziges Mal zuviel geworden.“ Jede Minute habe er genossen.

Mit Anzug und Fliege präsentiert sich Rydzek mittlerweile ebenso locker wie im Sprung- bzw. Rennanzug. Er freute sich ganz besonders über die Laudatio seines Südtiroler Kollegen und Freundes Samuel Costa („das war ganz schön bewegend“), mit dem er viel Zeit in den Bergen verbringt und den Rydzek wegen seiner schweren Knieverletzung eigentlich hätte trösten wollen. „Dass wir gemeinsam einen so tollen Moment feiern konnten, war umso schöner.“ Ohnehin hätten ihm die Begegnungen mit den anderen, branchenfremden Sportlern extrem viel Spaß gemacht. Rydzek unterhielt sich lange mit Marathon-Läufer Philipp Pflieger, auch mit Ironman-Triumphator Patrick Lange tauschte er sich intensiv aus. Auf der sogenannten Sportiv-Meile lieferte sich Rydzek noch eine Partie Dart mit Ringer-Weltmeister Frank Stäbler. All das konnte der Oberstdorfer aber erst genießen, als er einen wahren Medienmarathon hinter sich gebracht hatte. Unmittelbar nach dem Auslöffeln des Desserts, einer Sahnecreme mit Schokolade und Hagebutten („das habe ich nach so einem Tag dringend gebraucht“), folgte ein ausgiebiges Fotoshooting, dann die offizielle Pressekonferenz sowie ein Spontan-Abstecher ins Radio-Studio von SWR 3. Als Rydzek sich dort auf einem TV-Bildschirm mit der Staffel ein zweites Mal auf die Bühne gehen sah (die Sendung wurde zwei Stunden später ausgestrahlt), ging’s zurück ins Kurhaus , um pünktlich um Mitternacht ein Geburtstagsständchen für seinen Staffelkollegen Fabian Rießle zu trällern. Und immer wieder wurde Rydzek von Gästen, Sponsoren und anderen Sportlern gebeten, sich ein paar Sekunden Zeit für ein gemeinsames Handyfoto zu nehmen: „Ich bin aus dem Grinsen gar nicht mehr rausgekommen“, erzählte Rydzek. Und ganz nebenbei sei sein eigenes Handy „heiß gelaufen“.

Hunderte von Glückwünschen seien aus der Heimat eingetrudelt, er habe noch gar nicht alle lesen können. Wann der Oberstdorfer, der von seiner fünf Jahre jüngeren Schwester Coletta begleitet wurde, die Party verließ und ins Hotelbett fiel, ist nicht überliefert. „Wir waren nicht die ersten, aber auch nicht die letzten“, verrät sein Manager Jens Zimmermann. Nein, bestätigt auch Rydzek, er habe nicht über die Stränge geschlagen. Schließlich stand am nächsten Tag bei der Stuttgarter Zeitung schon der nächste Interview-Termin auf dem Programm. Nun will Rydzek mit Freundin Lissi und seiner Familie ein paar ruhige Tage in Oberstdorf verbringen, ehe am zweiten Weihnachtsfeiertag ein mehrtägiges Trainingslager in Predazzo/Italien ansteht. „Bis dahin werde ich es mir gutgehen lassen“, sagt Rydzek, „und vielleicht realisieren, was für ein geniales Jahr hinter mir liegt.“

Auch Dr. Peter Kruijer (60), Vorsitzender des Skiclubs Oberstdorf ist stolz, jetzt einen "Sportler des Jahres" in den Reihen zu haben: „Wir sind riesig froh, dass es ein so sympathischer Sportler aus unseren Reihen zu diesem Titel gebracht hat. Johannes wird dafür sorgen, dass die nordischen Sportarten an Popularität weiter zulegen. Besonders freut es mich, dass Johannes immer wieder bei den Jüngsten des SCO vorbeischaut und sie motiviert.“

Text: Allgäuer Anzeigeblatt, 19.12.2017

am 13.12.2017

Volles Haus am Wettkampftag der Vierschanzentournee

Auftaktspringen der 65. Vierschanzentournee

Für den Wettkampftag am 30.12.2017 keine Tickets mehr verfügbar. Quali-Tickets noch ausreichend vorhanden.

Die Erfolge der deutschen Skispringer in den ersten Weltcups sorgen auch im Ticket-Vorverkauf der Vierschanzentournee für einen enormen Ansturm. Bereits Mitte Dezember sind keine Tickets mehr für den Wettkampftag am 30. Dezember verfügbar. Auch wird es für den Hauptwettkampftag keine Eintrittskarten mehr an der Tageskasse geben.

Wenn Sie also live beim Auftakt der Vierschanzentournee dabei sein wollen, sichern Sie sich rechtzeitig ihr Ticket für die Qualifikation am 29.12.2017. Für die Stehplatzkategorien sind hier noch ausreichend Tickets vorhanden.

Auch für die weiteren Veranstaltungen in Oberstdorf sind noch ausreichend Tickets verfügbar.

03./04.01.2018: FIS Tour de Ski
18. – 21.01.2018: FIS Weltmeisterschaft Skifliegen
23. – 25.03.2018: FIS Weltcup Skispringen Damen

am 04.12.2017

Die Oberstdorferin Katharina Althaus springt der Konkurrenz davon

Katharina Althaus

Besser hätte der Start in den Olympia-Winter für Skispringerin Katharina Althaus gar nicht laufen können.

Mit ihren Weltcup-Siegen zwei und drei sowie einem weiteren zweiten Platz war die 21-Jährige aus Oberstdorf die prägende Athletin des Auftaktwochenendes im norwegischen Lillehammer. „Ich bin erst mal ein bisschen sprachlos. Es war echt cool. Mich freut es riesig, dass ich es so rübergebracht habe“, sagte Althaus nach ihrem Erfolg. Einen Tag später auf der Großschanze düpierte sie dann die versammelte Konkurrenz: Mit Sprüngen auf 138,5 Meter und 139,5 Meter legte Althaus über 20 Punkte zwischen sich und der Norwegerin Maren Lundby, die Zweite wurde. Vor dem Weltcup-Auftakt hatte Bundestrainer Andreas Bauer zwischen Althaus und Olympiasiegerin Carina Vogt ein Duell auf Augenhöhe erwartet. Das entfiel auf der Olympia-Schanze von 1994, weil Althaus der Konkurrenz davonsprang. „Ich bin richtig stolz auf die Katharina“, sagte Bauer. An ihren Sprüngen gebe es „gerade sehr wenig auszusetzen“. Trotz verkürzten Anlaufs und schlechterer Windbedingungen sprang die 21-Jährige am zweimal Bestweite auf der Großschanze – und setzte damit gut zwei Monate vor Olympia ein deutliches Ausrufezeichen. Neben Althaus erfüllten auch Vogt und Svenja Würth die Norm für Pyeongchang. Beide sprangen in allen drei Wettkämpfen unter die besten Zehn.

Text: Allgäuer Anzeigeblatt, 04.12.2017

am 29.11.2017

"Wir sind auf dem richtigen Weg"

Bauer

Für Bundestrainer Andreas Bauer und die deutschen Skispringerinnen beginnt die Weltcup-Saison in Lillehammer. Warum dem Oberstdorfer vor der Zukunft nicht bange ist

Schon seit einigen Tagen sind die deutschen Skispringerinnen in Lillehammer/Norwegen, um sich in intensiven Trainingseinheiten auf die neue Saison vorzubereiten. Am Donnerstag beginnt auf den Olympia-Schanzen der Winterspiele von 1994 die Weltcup-Saison. Mit Katharina Althaus und Gianina Ernst sind zwei Oberstdorferinnen dabei. Und auch Cheftrainer Andreas Bauer kommt aus dem Oberallgäu. Er spricht im Interview über den vergangenen Sommer, die kommenden Wochen und die Vorfreude auf die Olympischen Spiele.

Bei der deutschen Meisterschaft vor einigen Wochen gab es mit dem Sieg von Katharina Althaus eine Art Wachablösung an der Spitze. Kam das Ergebnis für sie überraschend?

Andreas Bauer: Nein, es ist gelaufen wie erwartet. Katharina ist ihrer Favoritenrolle voll gerecht geworden. Sie hat ein sehr hohes Niveau gezeigt. Und das ist auch für den Rest der Mannschaft enorm wichtig. An dieser Leistung wird man sich auch im Hinblick auf die Olympischen Spiele orientieren müssen.

Wurden dadurch auch die Rollen von Carina Vogt und Katharina Althaus im Team neu definiert?

Bauer: Das würde ich so jetzt noch nicht sagen. Carina war länger verletzt. Nach dem Teilanriss des Innenbandes musste ihr Knie erst einmal mit einer Schiene ruhig gestellt werden. Sie konnte über zwei Monate gar nicht trainieren. Das ist das Schlimmste für einen Sportler. Carina ist nach wie vor sehr ehrgeizig, eine absolute Siegspringerin. Sie musste in den vergangenen Wochen noch Trainingsrückstand aufholen, war aber zuletzt mit einzelnen Sprüngen schon wieder sehr nah an Katharina dran.

Die Leistungsdichte im deutschen Kader ist mittlerweile sehr hoch. Wird dadurch auch der Druck für die Springerinnen größer?

Bauer: Das stimmt, wir haben im Team ein sehr hohes Niveau, aber dadurch auch sehr hohe Ansprüche. Die Kriterien für den Weltcup sind hart, denn bei den Springen dürfen nur sechs Deutsche an den Start gehen. Und nur wer im Weltcup dabei ist, kann sich für die Olympischen Spiele qualifizieren. Wir haben intern, ähnlich wie die Nordischen Kombinierer, die Qualifikationsnorm für Pyeongchang verschärft. Es reicht nicht mehr, zweimal unter die Top 15 zu kommen. Jetzt sind zwei Platzierungen unter den besten Acht notwendig.

Sie hatten in den vergangenen Wochen das schwere Los, sechs Springerinnen für den Weltcup-Auftakt in Lillehammer auszuwählen ...

Bauer: ... hatte aber auch vier Frauen, die vorab gesetzt waren. Für Lillehammer waren das Carina Vogt, Katharina Althaus, Juliane Seyfarth und Svenja Würth. Sie haben sich das über den Sommer mit Platzierungen unter den besten Sechs verdient. Gianina Ernst und Ramona Straub nehmen die beiden weiteren Plätze ein. Die beiden haben sich in Oberstdorf nach der deutschen Meisterschaft in einer internen Sichtung durchgesetzt. Nächste Woche beim Heim-Weltcup in Hinterzarten ist es schon leichter: Da dürfen zwölf Springerinnen in der nationalen Gruppe ran.

Den Sommer-Grand-Prix haben Sie schon angesprochen. Ihre Springerinnen waren vorne dabei. Ist das ein Gradmesser für den Winter?

Bauer: Es ist zumindest eine Standortbestimmung. Natürlich werden im Winter die Karten wieder neugemischt. Aber wir haben gesehen, dass wir mit unserer Trainingsphilosophie auf dem richtigen Weg sind. Katharina Althaus hat im Sommer in Courchevel mit zehn Punkten Vorsprung vor den beiden favorisierten Japanerinnen gewonnen, auch Carina Vogt war zu diesem Zeitpunkt in bestechender Form. Ich denke, wir sind jetzt auch breiter aufgestellt und haben nicht nur eine Vorzeigeathletin. Wenn mal eine einen schlechten Tag erwischt, haben wir auch ein zweites und drittes Eisen im Feuer.

Das sind beste Voraussetzungen für den Team-Wettbewerb, der in diesem Winter Premiere feiert, oder?

Bauer: Absolut! Da werden wir mit Japan, Österreich und Slowenien zu den Favoriten zählen. Wir haben uns für diesen Wettkampf stark gemacht. Dass das Teamspringen nächstes Jahr bei der WM in Seefeld und dann auch 2021 in Oberstdorf zum Programm gehört, ist für uns schon ein Meilenstein. Irgendwann in den nächsten Jahren wird auch die Großschanze dazukommen, da bin ich mir sicher. Und dann haben die Frauen die gleiche Wettkampfserie wie die Männer.
Geht man als Trainer oder Sportler eine Olympia-Saison anders an?
Bauer: Ich sage immer: Man muss das Rad nicht neu erfinden. Man muss einfach fleißig trainieren. Allerdings verlange ich von meinen Sportlerinnen auch, dass sie hungrig bleiben und innovativ sind. Es geht darum, jede Nische und Möglichkeit auszunutzen, um noch ein paar Punkte mehr rauszuholen.

Olympische Spiele sind für Sportler absolute Höhepunkte der Karriere. Für einen Trainer auch?

Bauer: Ja, natürlich. Ich bin jetzt schon über 20 Jahre im Geschäft, da ist es vielleicht nicht mehr ganz so besonders wie für einen jungen Trainer. Wir waren im Oktober eine Woche im Trainingslager in Pyeongchang und sehr positiv überrascht. Die Wettkampfstätten sind modern und in einem gutem Zustand. Wir haben mit den Südkoreanerinnen auch bei Flutlicht trainieren dürfen. Das war wichtig, denn unsere Wettkämpfe werden – bedingt durch die TV-Übertragungen in Deutschland – erst spät abends stattfinden. Auch unser Quartier haben wir angeschaut. Jetzt wissen wir, was uns erwartet. Die Vorfreude ist riesig!

Text/Interview: Stephan Schöttl, Allgäuer Anzeigeblatt, 29.11.2017

am 23.11.2017

Auf dem Sprung

Vinzenz Geiger

Vinzenz Geiger (20) aus Oberstdorf hat große Ziele. Im Sommer wurde er mit Johannes Rydzek deutscher Vizemeister, jetzt beginnt in Finnland die Weltcup-Saison.

Die letzten Tage daheim in Oberstdorf hat Vinzenz Geiger noch einmal richtig genossen. Zeit für Freunde und Familie, Training in gewohnter Umgebung, Nächte im eigenen Bett. In den kommenden Monaten wird der 20-Jährige, der so heimatverbunden ist, größtenteils auf all das verzichten und in Hotels auf der ganzen Welt aus dem Kofferleben müssen. Für Geiger und die deutschen Kombinierer beginnt in Ruka/Finnland die neue Weltcup-Saison. Vier Monate, in denen sie mit der Rolle der Gejagten klarkommen müssen. Denn zuletzt war das Team so dominant wie nie zuvor. Johannes Rydzek, auch ein Oberstdorfer, hat bei der WM in Lahti alle vier Titel gewonnen, Eric Frenzel zum fünften Mal den Gesamtweltcup und das Team die Nationenwertung. Bei einigen Weltcups standen sogar ausschließlich Deutsche auf dem Podest.

Mindestens bis Januar ist auch Geiger gesetzt im Weltcup-Team des Deutschen Skiverbands (DSV). Die Ziele des Talents aus dem Allgäu
klingen verhältnismäßig bescheiden: „Natürlich will ich immer noch ein bisschen besser werden. Erst einmal geht es aber darum, sich im Weltcup zu etablieren.“ Über jede einzelne Top-10-Platzierung werde er sich in diesem Jahr schon riesig freuen. Ob es bereits in Ruka dafür reicht, ist fraglich. Geiger laborierte in den vergangenen Tagen noch an einem Infekt. Wird der 20-Jährige konkret auf seine sportliche Zukunft angesprochen, wird deutlich, mit welchem Ehrgeiz er die Sache angeht. „Klar will ich irgendwann mal ganz oben sein, einen Weltcup gewinnen, Weltmeister werden. Es wäre ja auch komisch, wenn man solche Ziele nicht hätte“, meint Geiger. Im Nachwuchsbereich hat er den Kombinierer-Gipfel bereits erklommen.

Im Januar 2017 wurde er in Soldier Hollow/USA im Einzelwettbewerb über fünf Kilometer Juniorenweltmeister. Mit einem ähnlichen Erfolg hatte sechs Jahre zuvor auch die große Karriere von Johannes Rydzek begonnen, auch er hatte damals bei einer Nachwuchs-WM Gold gewonnen. Der 25-Jährige ist seit mittlerweile fast drei Jahren Geigers Trainingspartner, im Sommer sind die zwei Oberstdorfer zusammen deutscher Vizemeister geworden. „Es war für mich schon etwas Besonderes. Johannes ist einer der besten Athleten der Welt. Ist doch klar, dass mich das noch zusätzlich motiviert hat“, meint Geiger. Ohnehin geht er mit dem Konkurrenzkampf im deutschen Team recht gelassen um. Das Weltklasse-Niveau selbst im Training bringe jeden Einzelnen Tag für Tag ein Stückchen weiter. Geiger sagt: „Wenn man weiß, wo man hin will, muss man sich mit den Besten messen.“ Dass diese meist älter und erfahrener sind, stört ihn nicht. Jeder sei auf sich selbst fokussiert, einen Leistungsvergleich gebe es unter den Athleten nicht. Die Trainer behalten Sprungweiten und Laufzeiten mit Blick auf die Olympischen Spiele in Pyeongchang freilich mehr im Auge. Sie haben letztlich die Qual der Wahl. Auch Geiger sagt: „Ich will auf jeden Fall zu Olympia. Wenn alles zusammenpasst, habe ich eine Chance. Aber selbst, wenn es dieses Mal noch nicht klappt, bricht für mich keine Welt zusammen. Dann halt in vier Jahren.“ Die entsprechende Vorarbeit hat der 20-Jährige bereits geleistet: Im Frühjahr hat er die Abiturprüfungen bestanden, nach kurzer Pause folgten Training, Training und noch einmal Training. Zwei Einheiten täglich bei lediglich einem Ruhetag pro Woche. Die Intensität wurde im Vorfeld dieser Saison noch einmal erhöht. Vor allem im Ausdauerbereich. „Nachdem die zusätzliche Belastung durch die
Schule jetzt weggefallen ist, fühle ich mich im Training befreiter“, erklärt er. Dass ihm das guttut, hat der Allgäuer bei den Wettkämpfen im Sommer bewiesen. Doch trotz guter Ergebnisse dämpft er die Erwartungen: Die Wettkämpfe auf Matten und Skirollern seien kein Gradmesser für den
Winter. „Man kann sich natürlich entsprechend Selbstvertrauen holen. Aber beim Weltcup-Auftakt wird alles wieder auf Null gestellt“, sagt der Oberstdorfer.

Er fühle sich gut, baue bei den Wettkämpfen auch auf einen zusätzlichen Schub durch die Emotionen auf der Schanze und in der Loipe. Emotionen, denen er auch bei einem seiner großen Hobbys freien Lauf lässt: Schafkopf. „Leider können das in unserem Team noch nicht genügend Leute. Aber wir werden’s ihnen in diesem Winter beibringen“, meint er lachend.

Text: Allgäuer Anzeigeblatt, 23.11.2017

am 20.11.2017

Der Skiclub Oberstdorf findet neuen Namenssponsor für die Schattenbergschanze

Auftaktspringen der 65. Vierschanzentournee

Vor dem Start in die neue Event-Saison mit zahlreichen Wintersport-Highlights bekommt die bekannte WM-Arena am Schattenberg in Oberstdorf einen neuen Namen. Ab 1. Dezember heißt das Stadion offiziell „Audi Arena Oberstdorf“

Vor dem Start in die neue Event-Saison mit zahlreichen Wintersport Highlights bekommt die bekannte WM-Arena am Schattenberg in Oberstdorf einen neuen Namen. Ab 1. Dezember heißt das Stadion offiziell „Audi Arena Oberstdorf“. Audi löst damit nach 13 Jahren die Erdinger Brauerei als Namensgeber ab. Audi ist bereits seit mehreren Jahren aktiver und vertrauter Kooperationspartner der Skisport-und Veranstaltungs GmbH.

„Wir freuen uns, Audi als neuen Namensgeber gewonnen zu haben. Audi passt als starker regionaler, nationaler und internationaler Partner im Wintersport ideal zu einem der schönsten Skisprungstadien weltweit“, kommentiert der Vorsitzende des Skiclub Oberstdorf, Dr. Peter Kruijer die Neuigkeit.

Ob vor Ort in Oberstdorf, Garmisch-Partenkirchen, Innsbruck und Bischofshofen oder live im TV: Rund um Neujahr ist die Vierschanzentournee das Wintersport-Highlight schlechthin. Audi engagiert sich seit mehreren Jahrzehnten als aktiver Förderer des Wintersports, und ist Presenting-Sponsor der traditionellen Vierschanzentournee.

Für die Marketing Abteilung der Skisport- und Veranstaltungs GmbH gab es im Vorfeld bereits viel zu tun, denn der komplette Werbeauftritt der Arena wird grundlegend verändert. Bereits bis Anfang Dezember soll die Umstellung aller bisherigen Werbemittel von der Homepage bis zu den Eintrittskarten erfolgt sein.

am 14.11.2017

Tickets für das Auftaktspringen jetzt noch sichern!

Volles Stadion bei der Vierschanzentournee

Vierschanzentournee: Ticket-Vorverkauf läuft auf Rekordkurs

Früher als in den Jahren zuvor ist bei den deutschen Skisprungfans die Vorfreude auf das erste große Wintersport-Highlight im Allgäu entfacht. Nach dem Start des Skisprung-Weltcups in Wisla (POL) mit dem 4. Platz von Richard Freitag im Einzelspringen, boomt der Vorverkauf für das Auftaktspringen der 66. Vierschanzentournee in Oberstdorf (29./30. Dezember) weiter. „In der ersten Staffel des Vorverkaufs haben wir zunächst Ticketpakete für beide Tage, also Qualifikation und Wettkampf zusammen, verkauft. Bereits hier war die Nachfrage noch stärker als in den Jahren zuvor. Seit dem Start des Weltcups mit der guten Mannschaftsleistung der deutschen Skispringer geht’s nun richtig rund“, erklärt Florian Weidel, Geschäftsführer der Vierschanzentournee und Generalsekretär beim Auftaktspringen in Oberstdorf.

Generalsekretär Florian rechnet wieder mit über 35.000 Zuschauern für die beiden Veranstaltungstage in Oberstdorf. „Vor den olympischen Winterspielen in Pyeongchang (Südkorea) steht die Vierschanzentournee noch mehr im öffentlichen Fokus, denn für die Teams ist die Tournee der erste große Gradmesser im Olympiawinter.“

Karten für das erste große Wintersport-Highlight 2017/18 im Allgäu werden in einigen Kategorien bereits knapp, so sind die Blöcke C, D Premium, Block B1, Block B2, Block H, Block Z1, Block Z2, Block E1 (Kat. II) bereits voll. Die Sitzplätze sind seit längerem restlos ausverkauft. Wer noch rechtzeitig Tickets für das Auftaktspringen ergattern möchte, dem empfehlen die Organisatoren den Online-Shop unter www.arena-ticket-allgaeu.de und die Tickethotline 08322/8090-350.

am 08.11.2017

Attacke!

Katharina Althaus gewinnt Nachtspringen 2017

Katharina Althaus ist derzeit Deutschlands beste Skispringerin. Die Oberstdorferin will auch im Weltcup durchstarten und träumt von einer Medaille bei den Olympischen Spielen.

Katharina Althaus ist trotz ihrer jungen 21 Jahre schon ein alter Hase unter den deutschen Skispringerinnen. Die Allgäuerin gehörte 2011 beim ersten Weltcup der Frauen bereits zum Nationalteam – mit 15. Inzwischen, sechs Jahre später, ist sie Deutschlands Nummer eins. Im Sommer hat sie beim Grand Prix in Courchevel/Frankreich sogar Überfliegerin Sara Takanashi
aus Japan deklassiert. Nach ihrem Sieg bei der deutschen Meisterschaft in Oberstdorf haben wir mit der Zollbeamtin gesprochen.

Herzlichen Glückwunsch zum Sieg bei der deutschen Meisterschaft. Was ist Ihnen dieser Titel wert?
Katharina Althaus: Schon einiges. Vor allem, wenn man sieht, wie hart zum Beispiel Svenja Würth und Carina Vogt in den vergangenen Wochen im Training gearbeitet haben und wie stark sie dabei zum Teil gesprungen
sind.

Der Konkurrenzkampf an der Spitze des Teams ist mittlerweile recht groß. Hemmt oder motiviert dieser interne Leistungsdruck?
Althaus: Mich motiviert das eher. Wir treiben uns gegenseitig zu guten Leistungen, verstehen uns aber auch untereinander ziemlich gut. Jede gönnt der anderen den Erfolg. Auch das ist wichtig in einem funktionierenden Team.

Lange Zeit war Carina Vogt als vierfache Weltmeisterin und Olympiasiegerin die unantastbare Nummer eins in der deutschen Mannschaft. Jetzt stehen Sie im Mittelpunkt. Wie kommen Sie mit dieser neuen Rolle zurecht?
Althaus: (überlegt lange) Es ist natürlich cool, dass ich jetzt ganz vorne bin und alle auf mich schauen. Auf der anderen Seite weiß ich genau, dass es sich bei uns recht schnell ändert. Das ist schon von Trainingseinheit zu Trainingseinheit anders. Mal ist die eine besser, dann wieder die andere. Micht freut es einfach, dass ich gerade so konstant gut bin.

Und Sie scheinen auch mental stark zu sein. Ihre Sprünge sehen alle so federleicht aus ...
Althaus: Es ist tatsächlich so. Wenn man in Form ist, wenn gerade alles passt, fühlt sich das auch für den Sportler leicht an. Es ist ein tolles Gefühl, wenn man auf die Schanze geht und nicht groß nachdenken
muss.

Ist das auf der Schanze der größte Unterschied zu den Jahren zuvor?
Althaus: Nein, nicht nur das. Am Sprung verändert sich von Jahr zu Jahr auch einiges. Die Absprungwinkel oder die Geschwindigkeiten beim Anlauf zum Beispiel. Auch bei den Männern ist das so. Da passiert alles aber nicht mehr in so großen Schritten.

Apropos Schritte. Den nächsten großen Schritt könnten Sie schon im Februar bei den Olympischen Spielen in Pyeongchang machen. Spielt das in Ihren Träumen schon eine Rolle?
Althaus: Natürlich träumt jeder Sportler davon, bei Olympia eine Medaille zu gewinnen. Aber jetzt muss ich meine guten Leistungen erst einmal im Weltcup bestätigen und schauen, dass ich mich schnell für Pyeongchang qualifiziere.

Die Kampfansage aus dem Allgäu bleibt also noch aus?
Althaus: (lacht) Ja, ich möchte erst gut in den Weltcup kommen und vorne mitspringen. Das hat im Sommer schon ganz gut geklappt.

Sie haben das Springen in Courchevel sogar gewonnen. Ist das denn ein Gradmesser für den Winter?
Althaus: Man sagt gerne, dass erfolgreiche Wintersportler im Sommer gemacht werden. Wenn man da richtig gut springt, muss schon einiges
schief laufen, dass es im Winter nicht auch klappt. Aber passieren kann freilich immer etwas.

Ist es manchmal nicht frustrierend, wenn man bei den Wettkämpfen trotz der guten Leistungen in weitgehend leere Zuschauerränge schaut?
Althaus: Klar, es könnten schon ein bisschen mehr Zuschauer sein. Gerade wenn man sieht, wie viele Menschen zu den Springen der Männer kommen. Aber ich denke, das wird sich auch bei uns noch ändern. Es gab auch schon schlechtere Zeiten (lacht).

Während der Saison sind Sie viel unterwegs und leben oft wochenlang nur aus dem Koffer. Macht das Spaß?
Althaus: Ich bin schon eine ganze Weile im Weltcup dabei und habe mich recht schnell daran gewöhnt. Ich mag es gerne, unterwegs zu sein, aber genauso gerne komme ich auch wieder heim. Die Mischung macht’s. Ich könnte nicht die ganze Zeit zu Hause in Oberstdorf sitzen, aber ich möchte auch nicht ständig weg sein.

Wie sehen denn die nächsten Wochen für Sie aus?
Althaus: Wir fliegen noch ein paar Tage in die Sonne nach Zypern. Wir sind den ganzen Sommer ohne Pause durchgesprungen. Jetzt ist es Zeit, vor dem Weltcupstart noch einmal ein bisschen runterzukommen. Das finde ich sehr wichtig. Aber dann geht’s Ende November auch schon wieder nach Lillehammer zum Training vor dem Weltcupauftakt.

Text: Allgäuer Anzeigeblatt 08.11.2017

am 07.11.2017

Oberstdorf-Team feiert Herbstfest

Helferfest 2017

Über 400 Helfer feiern den Kick-Off für die Weltcup-Saison 2017/18

Großer Andrang herrschte in der Oybele-Halle an diesem Abend, als das Oberstdorf-Team das jährliche Helferfest feierte. Unter dem Motto "Herbstfest" kamen über 400 der freiwilligen Helfer, um neben dem Helfergeschenk als Dankeschön für die Mitarbeit im vergangenen Winter vor allem einen gemütlichen Abend zu genießen. Die Skisport- und Veranstaltungs GmbH und der Skiclub Oberstdorf ließen sich auch diesmal wieder ein buntes Programm einfallen, welches für einen kurzweiligen Abend sorgte. Nach der Einkleidung mit einer neuen Skihose von Ziener übernahmen OK-Präsident Dr. Peter Kruijer und die neuen Geschäftsführer Florian Stern und Christian Rapp das Mikrofon, dankten für den tollen Einsatz der letzten 12 Monate und nutzten aber natürlich die Gelegenheit, voller Vorfreude auf die anstehenden Aufgaben hinzuweisen. Vor allem die FIS Weltmeisterschaft im Skifliegen vom 18.-21.01.2018 steht dabei in großem Fokus, nach der gelungenen Generalprobe im letzten Winter. Aber auch der Auftakt der 66. Vierschanzentournee (29./30.12.2017) die FIS Tour de Ski (03./04.01.2018) und das Weltcup-Finale der Skisprung-Damen (23.-25.03.2018) versprechen einen arbeitsreichen Winter, so Stern und Kruijer.

Bevor es jedoch mit vollem Elan an die anstehenden Aufgaben geht, stand noch der gemütliche Teil an. Der Fassanstich durch Geschäfstführer Florian Stern eröffnete das Bayerische Buffet, dass von Hans-Peter Rauch und seinem Team vorbereitet wurde. Danach ging es für die gestärkten Helfer beim Armdrücken, "Nageln" und Lasergewehrschießen darum, welches Ressort auch abseits der "normalen Arbeit" als Helfer ganz vorn dabei ist. Eines ist nach diesem Abend sicher: das Oberstdorf-Team ist bereit für den anstehenden Winter mit den zahlreichen Aufgaben.

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