Das war ein Paukenschlag: die Chinesin Ping Zeng sprang an ihrem 21. Geburtstag zum ersten Mal in ihrer Karriere aufs Podest. Gewinnerin des zweiten Wettbewerbs der 2-Nights-Tour wurde vor 3000 Zuschauern Abigail Strate aus Kanada, die mit den schwierigen Bedingungen am Schattenberg am besten zurechtkam.
Selina Freitag jubelte erneut über einen Podiumsplatz. Sie setzte sich mit 0,7 Punkten durch gegen Nika Prevc. Die Slowenin war der erste Sprung missraten und auch mit einem hervorragenden zweiten Satz konnte sie diesen Rückstand nicht mehr aufholen.
Sowohl Agnes Reisch als Katharina Schmid konnten ihre Leistungen aus dem ersten Durchgang nicht ganz bestätigen. Reisch landete auf dem 9. Rang und die Lokalmatadorin, die nach ihrem letzten Sprung bei einem offiziellen Wettbewerb vom Vorsitzenden des Skiclub Oberstdorf mit einem Blumenstrauß verabschiedet wurde, kam auf den 11. Platz. Juliane Seyfarth erreichte den 16. Rang.
Die Gesamtwertung der 2-Nights Tour ging an Nika Prevc (SLO), doch Selina Freitag, die pünktlich zum Wettbewerb wieder zur alten Form zurückfand, jubelte über den 2. Platz. Dritte wurde die Japanerin Nozomi Maruyama, die bei der 2-Nights Tour nicht so überzeugen konnte wie in den Weltcups zuvor.
Die chinesische Skispringerin Ping Zeng feiert heute nicht nur das neue Jahr, sondern auch ihren 21. Geburtstag – und das mit ordentlich Rückenwind. Die Athletin der Chinese Ski Association, die im Weltcup aktuell auf Platz 20 rangiert, überzeugte gestern beim Auftakt der 2‑Nights Tour in Garmisch-Partenkirchen mit einem bemerkenswerten sechsten Platz. Wie selbstverständlich qualifizierte sie sich heute für den Wettkampf an der Schattenbergschanze in Oberstdorf.
Ihren ersten Podestplatz in dieser Saison hat Selina Freitag sicher. Beim Auftaktspringen der 2-Nights Tour in Garmisch-Partenkirchen flog die Deutsche auf den zweiten Platz. Sie musste nur der Slowenin Nika Prevc den Vortritt lassen.
Mit Sprüngen auf 127 und 135,5 Metern präsentierte sich die Frau vom WSV Erzgebirge Oberwiesenthal in Top-Form und erlöste das gesamte deutsche Team von dem Druck, dass es bislang für Freitag, Reisch, und Schmid immer nur für die Plätze 4 und 5 reichte. Nach vorn waren vor allem Nika Prevc und die Japanerin Nozomi Maruyama stets unerreichbar. Nun also endlich der ersehnte Podestplatz.
Für die zweiten Station der 2-Nights Tour in Oberstdorf sind nun die Erwartungen groß auf einen weiteren Erfolg. Auch Katharina Schmid und Agnes Reisch, in Garmisch beide punktgleich auf Platz 8, werden heute auf der Schattenbergschanze nochmal angreifen. 14.45 Uhr beginnt die Qualifikation. Danach treten die besten 30 Frauen im K.o.- Modus gegeneinander an, bevor im zweiten Durchgang nur noch 20 Springerinnen bestreiten.
Für die Siegerin der Qualifikation gibt es übrigens, genau wie bei den Männern, in diesem Jahr einen Scheck über 3175 Euro. Nachdem es für die Frauen keine Prämie gegeben hatte, sollten sie beim Auftaktspringen in Garmisch-Partenkirchen als „Good-Will-Aktion“ zumindest mit einem Duschgel, Handtüchern und Pflegemitteln belohnt werden. Das war jedoch nicht gut angekommen und vor allem die Quali-Siegerin Selina Freitag hatte sich anschließend sehr für die Gleichbehandlung von Männern und Frauen eingesetzt.
Der Sponsor der 2-Nights Tour, WIRmachenDruck.de, stellt an beiden Veranstaltungsorten die Prämie zur Verfügung.
Luisa Görlich ist eine der besten deutschen Skispringerinnen und feierte ihren größten Erfolg 2023 bei der Nordischen Ski-WM in Planica mit Team-Gold. Der dritte Kreuzbandriss in ihrer Karriere, den sie zwei Jahre später bei einem schweren Sturz in Trondheim erlitt, verhinderte ihren Start in die neue Weltcup-Saison. Sportlich derzeit noch außer Gefecht, wechselt die 27-Jährige die Seiten und wird bei der 2-Nights Tour in Oberstdorf den Stadionsprecher Kevin Gerwin als Co-Kommentatorin mit ihrem Fachwissen unterstützen.
„Das ist für mich ein völlig neues Terrain und ich bin schon ein bisschen aufgeregt“, erzählt die Thüringerin, die schon viele Jahre in Oberstdorf lebt. Handballexperte Kevin Gerwin, der seit 2021 auch die Wintersport-Großveranstaltungen in Oberstdorf moderiert, freut sich über fachkundige Begleitung in der Kommentatoren-Kabine.
Görlich ist seit 2003 Skispringerin, seit 2011 im Leistungssport. Drei schwere Knieverletzungen warfen die Sportsoldatin immer wieder zurück auf ihrem Weg nach ganz oben. Derzeit arbeitet sie intensiv an der Rückkehr auf die Schanze. „Wenn das Knie hält, bin ich in der nächsten Saison wieder am Start“, meint sie optimistisch. Aber auch die Zeit nach der sportlichen Laufbahn hat sie schon geplant. „Es gibt auch noch ein Leben nach dem Skispringen“, sagt sie.
Darum hat sie während ihrer Skisprung-Karriere ein Studium der Psychologie begonnen. Den Bachelor hat sie inzwischen in der Tasche, nach dem Master geht es in der Fachrichtung „Klinische Psychologie“ ins Berufsleben.
Kurz vor Weihnachten hat sie mit ihrer Zwillingsschwester Sophia noch bei der Familie in Thüringen den doppelten Geburtstag gefeiert. Besonders gefreut hatte sie sich da aufs Wiedersehen mit ihrer kleinen Nichte. Bei der Tournee wird sie vor allem ihrem Schwager Felix Hoffmann fest die Daumen drücken, bevor es ernst wird mit dem Seitenwechsel. Am Neujahrstag wird Luisa im Oberstdorfer Stadion erstmals die Leistungen ihrer Teamkolleginnen Freitag, Schmid und Reisch vom Kommentatorenplatz aus unter die Lupe nehmen.
Los geht die 2-Nights Tour am 31. Dezember mit dem Weltcup-Springen in Garmisch-Partenkirchen, bevor es es am Neujahrstag nach Oberstdorf geht. Der Deutsche Skiverband setzt bei diesen beiden Heim-Weltcups auf die Nominierung zwölf Athletinnen.
Die Lokalmatadorin Katharina Schmid, die erst kürzlich ihren Abschied nach dieser Saison ankündigte, ist ein fester Bestandteil des Damenteams. Ein letztes Mal bei einem Heimweltcup dabei zu sein, freut sie sehr. Zusätzlich gehen Selina Freitag (WSC Erzgebirge Aue), Agnes Reisch (WSV Isny), Juliane Seyfarth (WSC Ruhla), Anna Hollandt (SC Degenfeld) und Emely Torazza (SC Oberstdorf) an den Start.
Aus der nationalen Gruppe sind zudem Lia Böhme (VSC Klingenthal), Kim Amy Duschek (SK Wernigerode), Anna Häckel (VSC Klingenthal), Julina Kreibich (VSC Klingenthal) und MaikeTyralla (SK Meinerzhagen) dabei..
Chefcoach Heinz Kuttin hofft, dass die diesjährige 2-Nights Tour die letzte ist. "Alle sehnen sich danach, eine Vierschanzentournee zu bekommen. Für den Damenskisprungsport wäre dies ein Meilenstein. Der Entscheid, in Innsbruck ein Flutlicht zu bauen, hat die Hoffnungen auf eine Vierschanzentournee der Damen weiter genährt", so der Bundestrainer.
Katharina Schmid hört nach dieser Saison auf. Das hat die Athletin des SC Oberstdorf am 27.12. im Rahmen einer Pressekonferenz in Fischen im Allgäu bekannt gemacht. Was sie im Anschluss an ihre aktive Laufbahn machen wird, ist erst nach den letzten Springen der Saison in Planica ein Thema. Bis dahin legt Schmid den Fokus auf die anstehenden Wettkampfhöhepunkte zu Hause bei der 2-Nights Tour, in Oberhof und Willingen, in Italien bei den Olympischen Spielen und den Skifliegen in Vikersund und Planica.
Nach 15 Weltcup-Saisons soll für Katharina "Katha" Schmid Schluss sein mit dem Skispringen. "Die Schanze war und ist seit Jahren mein Zuhause. Mit sechs Jahren habe ich angefangen Ski zu springen und schließlich mein halbes Leben im Weltcup verbracht." Wenn Katharina Schmid im März in Planica ihren letzten Wertungssprung macht, endet nach fast 300 Weltcup-Starts die Karriere der erfolgreichsten deutschen Skispringerin: nach dann vier Olympiateilnahmen mit mindestens zwei Einzelmedaillen, zehn Podestplätzen bei 19 WM-Starts und mehr als 20 Weltcup-Siegen. An erster Stelle empfindet Schmid Dankbarkeit: "Schon in jungen Jahren durfte ich so viel sehen und miterleben, das ist ein Privileg." Sie habe fast alle wichtigen Premieren, die es in der Entwicklung des Damenskispringens gegeben hat, selbst miterlebt: den ersten Weltcup, den ersten Großschanzenwettkampf, die ersten Youth Olympic Games, den ersten WM-Teamwettkampf und ersten WM-Großschanzenbewerb, die Olympiapremiere in Sotschi und das erste Skifliegen in Vikersund. "Ich war immer Teil der Mannschaft, war immer mit dabei - auch durchgehend 15 Jahre im Weltcup."
Ihren ersten Start bei einem offiziellen FIS-Wettkampf absolvierte Katharina Schmid am 10. August 2008 in Bischofsgrün (47./NH). Nur drei Jahre später folgte Anfang Dezember 2011 in Lillehammer der erste Weltcup-Start (33./NH), ihr erster WM-Einsatz am 22. Februar 2013 in Predazzo (32./NH). Auch bei der historischen Olympiapremiere des Damenskispringens in Sotschi war Schmid dabei (Februar 2014, 23./NH). Bei Juniorenweltmeisterschaften gewann Katharina zwischen 2012 und 2016 drei Team-Medaillen und Einzelsilber (2016, Rasnov, NH), der erste Weltcup-Sieg gelang ihr im Febraur 2017 in Ljubno. Seitdem gewann Katharina, von 2020 abgesehen, in jedem Kalenderjahr mindestens ein Weltcup-Springen. Katharina Schmid hat seit 2017 in jeder Saison zu den Besten gehört, bis zum Jahreswechsel 2025/26 sammelte sie 68 Weltcup-Podestplatzierungen.
So lang Katharina Schmids Erfolgsliste ist, sie hat in ihrer Karriere auch schmerzhafte Erfahrungen gemacht. "Ich musste auch immer wieder einstecken. Ich habe zweite Plätze erreicht, mit denen ich auch im Nachgang nicht zufrieden war." Das schlimmste Ereignis sei ihre Disqualifikation im olympischen Mixed-Teamwettkampf in China gewesen. "Ich durfte in meinem Sport aber vor allen Dingen sehr viele Erfolge erleben und feiern - das Skispringen wird für mich immer etwas ganz Besonderes und Teil meines Lebens bleiben." Neben dem Sport gebe es aber auch noch viele andere schöne Dinge im Leben. "Ich merke, dass ich jetzt zufrieden bin, mit meinem sportlichen Tun. Ich bin froh, bald einfach zu Hause zu sein." Um genießen zu können, was sie sich auch um den Sport herum aufgebaut hat.
Ihren Dank richtet Schmid an ein "mega cooles Umfeld", das sie immer unterstützt habe: "Mein Mann, meine Familie und Freunde, mein Verein, der SC Oberstdorf, der DSV, das Zoll Ski Team und schließlich mein Management, das meine Partner und Sponsoren professionell betreut."
Bis mehr Zeit für das Private ist, hat Katharina Schmid aber noch einiges vor: "Ich bin voll motiviert, habe große sportliche Ziele, für die komplette Saison: Ich freue mich auf die Two Nights Tour, mit dem Springen zu Hause, auf die Olympischen Spiele - das wird etwas ganz Besonderes. Ich freue mich auf alle Chancen, die meine letzte Saison mit sich bringt. Ich freue mich auf alles, was da noch kommt." Fest steht für Katha Schmid aber, dass sie ihre Ski "nach Planica an den Nagel hängt".
Bundestrainer Heinz Kuttin:
"Was Katharina kann, weiß jeder, ihre Erfolge kennt jeder. Es erfüllt mich mit Stolz, dass ich in meiner 24-jährigen Laufbahn als hauptamtlicher Trainer auch Katharina Schmid als Athletin begleiten darf. In dieser Zeit habe ich viele Athletinnen und Athleten im Skisprung und in der Nordischen Kombination erlebt, habe viele Charaktere kennengelernt, und Katha ragt da schon heraus.
Katha hatte schon vor zwei Jahren Rücktrittsgedanken - dass sie das noch einmal verlängert hat, mit dem Team, mit mir, freut mich sehr. Wir haben eine sehr schöne Zeit miteinander verbracht, auch wenn nicht alle Tage schön waren - schön war aber zu sehen, wie man aus solchen Situationen Neues dazulernen und sich auch persönlich weiterentwickeln kann.
Das Sportliche ist zu diesem Zeitpunkt natürlich weiter die wichtigste Sache der Welt. Für Katha beginnt dann im Frühjahr ein neuer Lebensabschnitt, mit neuen Aufgaben und Herausforderungen. Dafür wünsche ich ihr nur das Beste. Aber vorher stehen noch einige Aufgaben an - und dafür wünsche ich ihr viel Geduld: Das ist vielleicht ein kleines Manko, das sie hat, Katha ist manchmal ungeduldig. Mit Geduld wird sie auch diese letzten sportlichen Aufgaben in den nächsten Monaten meistern."
Sportdirektor Weltcup Horst Hüttel:
"Katharina Schmid beendet in Planica ihre extrem erfolgreiche Laufbahn als Skispringerin. Darüber sind wir einerseits sehr traurig, weil wir eine tolle Athletin verlieren, die sportlich und menschlich eine Lücke hinterlässt. Auf der anderen Seite können wir ihren Schritt komplett verstehen. Katha kam als sehr junge Athletin mit 15 Jahren in das Weltcup-Team und hat quasi ihr halbes Leben in diesem Weltcup-Zirkus verbracht. Dass man dann irgendwann einen neuen Weg gehen möchte, ist nachvollziehbar - auch dafür wünschen wir Katharina alles erdenklich Gute.
Ich hoffe sehr, dass der Rest der Saison sportlich auch so verläuft, wie sich Katha das wünscht - wir haben in dieser Olympiasaison noch drei interessante Wettkampfmonate vor uns."