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am 04.12.2017

Die Oberstdorferin Katharina Althaus springt der Konkurrenz davon

Katharina Althaus

Besser hätte der Start in den Olympia-Winter für Skispringerin Katharina Althaus gar nicht laufen können.

Mit ihren Weltcup-Siegen zwei und drei sowie einem weiteren zweiten Platz war die 21-Jährige aus Oberstdorf die prägende Athletin des Auftaktwochenendes im norwegischen Lillehammer. „Ich bin erst mal ein bisschen sprachlos. Es war echt cool. Mich freut es riesig, dass ich es so rübergebracht habe“, sagte Althaus nach ihrem Erfolg. Einen Tag später auf der Großschanze düpierte sie dann die versammelte Konkurrenz: Mit Sprüngen auf 138,5 Meter und 139,5 Meter legte Althaus über 20 Punkte zwischen sich und der Norwegerin Maren Lundby, die Zweite wurde. Vor dem Weltcup-Auftakt hatte Bundestrainer Andreas Bauer zwischen Althaus und Olympiasiegerin Carina Vogt ein Duell auf Augenhöhe erwartet. Das entfiel auf der Olympia-Schanze von 1994, weil Althaus der Konkurrenz davonsprang. „Ich bin richtig stolz auf die Katharina“, sagte Bauer. An ihren Sprüngen gebe es „gerade sehr wenig auszusetzen“. Trotz verkürzten Anlaufs und schlechterer Windbedingungen sprang die 21-Jährige am zweimal Bestweite auf der Großschanze – und setzte damit gut zwei Monate vor Olympia ein deutliches Ausrufezeichen. Neben Althaus erfüllten auch Vogt und Svenja Würth die Norm für Pyeongchang. Beide sprangen in allen drei Wettkämpfen unter die besten Zehn.

Text: Allgäuer Anzeigeblatt, 04.12.2017

am 29.11.2017

"Wir sind auf dem richtigen Weg"

Bauer

Für Bundestrainer Andreas Bauer und die deutschen Skispringerinnen beginnt die Weltcup-Saison in Lillehammer. Warum dem Oberstdorfer vor der Zukunft nicht bange ist

Schon seit einigen Tagen sind die deutschen Skispringerinnen in Lillehammer/Norwegen, um sich in intensiven Trainingseinheiten auf die neue Saison vorzubereiten. Am Donnerstag beginnt auf den Olympia-Schanzen der Winterspiele von 1994 die Weltcup-Saison. Mit Katharina Althaus und Gianina Ernst sind zwei Oberstdorferinnen dabei. Und auch Cheftrainer Andreas Bauer kommt aus dem Oberallgäu. Er spricht im Interview über den vergangenen Sommer, die kommenden Wochen und die Vorfreude auf die Olympischen Spiele.

Bei der deutschen Meisterschaft vor einigen Wochen gab es mit dem Sieg von Katharina Althaus eine Art Wachablösung an der Spitze. Kam das Ergebnis für sie überraschend?

Andreas Bauer: Nein, es ist gelaufen wie erwartet. Katharina ist ihrer Favoritenrolle voll gerecht geworden. Sie hat ein sehr hohes Niveau gezeigt. Und das ist auch für den Rest der Mannschaft enorm wichtig. An dieser Leistung wird man sich auch im Hinblick auf die Olympischen Spiele orientieren müssen.

Wurden dadurch auch die Rollen von Carina Vogt und Katharina Althaus im Team neu definiert?

Bauer: Das würde ich so jetzt noch nicht sagen. Carina war länger verletzt. Nach dem Teilanriss des Innenbandes musste ihr Knie erst einmal mit einer Schiene ruhig gestellt werden. Sie konnte über zwei Monate gar nicht trainieren. Das ist das Schlimmste für einen Sportler. Carina ist nach wie vor sehr ehrgeizig, eine absolute Siegspringerin. Sie musste in den vergangenen Wochen noch Trainingsrückstand aufholen, war aber zuletzt mit einzelnen Sprüngen schon wieder sehr nah an Katharina dran.

Die Leistungsdichte im deutschen Kader ist mittlerweile sehr hoch. Wird dadurch auch der Druck für die Springerinnen größer?

Bauer: Das stimmt, wir haben im Team ein sehr hohes Niveau, aber dadurch auch sehr hohe Ansprüche. Die Kriterien für den Weltcup sind hart, denn bei den Springen dürfen nur sechs Deutsche an den Start gehen. Und nur wer im Weltcup dabei ist, kann sich für die Olympischen Spiele qualifizieren. Wir haben intern, ähnlich wie die Nordischen Kombinierer, die Qualifikationsnorm für Pyeongchang verschärft. Es reicht nicht mehr, zweimal unter die Top 15 zu kommen. Jetzt sind zwei Platzierungen unter den besten Acht notwendig.

Sie hatten in den vergangenen Wochen das schwere Los, sechs Springerinnen für den Weltcup-Auftakt in Lillehammer auszuwählen ...

Bauer: ... hatte aber auch vier Frauen, die vorab gesetzt waren. Für Lillehammer waren das Carina Vogt, Katharina Althaus, Juliane Seyfarth und Svenja Würth. Sie haben sich das über den Sommer mit Platzierungen unter den besten Sechs verdient. Gianina Ernst und Ramona Straub nehmen die beiden weiteren Plätze ein. Die beiden haben sich in Oberstdorf nach der deutschen Meisterschaft in einer internen Sichtung durchgesetzt. Nächste Woche beim Heim-Weltcup in Hinterzarten ist es schon leichter: Da dürfen zwölf Springerinnen in der nationalen Gruppe ran.

Den Sommer-Grand-Prix haben Sie schon angesprochen. Ihre Springerinnen waren vorne dabei. Ist das ein Gradmesser für den Winter?

Bauer: Es ist zumindest eine Standortbestimmung. Natürlich werden im Winter die Karten wieder neugemischt. Aber wir haben gesehen, dass wir mit unserer Trainingsphilosophie auf dem richtigen Weg sind. Katharina Althaus hat im Sommer in Courchevel mit zehn Punkten Vorsprung vor den beiden favorisierten Japanerinnen gewonnen, auch Carina Vogt war zu diesem Zeitpunkt in bestechender Form. Ich denke, wir sind jetzt auch breiter aufgestellt und haben nicht nur eine Vorzeigeathletin. Wenn mal eine einen schlechten Tag erwischt, haben wir auch ein zweites und drittes Eisen im Feuer.

Das sind beste Voraussetzungen für den Team-Wettbewerb, der in diesem Winter Premiere feiert, oder?

Bauer: Absolut! Da werden wir mit Japan, Österreich und Slowenien zu den Favoriten zählen. Wir haben uns für diesen Wettkampf stark gemacht. Dass das Teamspringen nächstes Jahr bei der WM in Seefeld und dann auch 2021 in Oberstdorf zum Programm gehört, ist für uns schon ein Meilenstein. Irgendwann in den nächsten Jahren wird auch die Großschanze dazukommen, da bin ich mir sicher. Und dann haben die Frauen die gleiche Wettkampfserie wie die Männer.
Geht man als Trainer oder Sportler eine Olympia-Saison anders an?
Bauer: Ich sage immer: Man muss das Rad nicht neu erfinden. Man muss einfach fleißig trainieren. Allerdings verlange ich von meinen Sportlerinnen auch, dass sie hungrig bleiben und innovativ sind. Es geht darum, jede Nische und Möglichkeit auszunutzen, um noch ein paar Punkte mehr rauszuholen.

Olympische Spiele sind für Sportler absolute Höhepunkte der Karriere. Für einen Trainer auch?

Bauer: Ja, natürlich. Ich bin jetzt schon über 20 Jahre im Geschäft, da ist es vielleicht nicht mehr ganz so besonders wie für einen jungen Trainer. Wir waren im Oktober eine Woche im Trainingslager in Pyeongchang und sehr positiv überrascht. Die Wettkampfstätten sind modern und in einem gutem Zustand. Wir haben mit den Südkoreanerinnen auch bei Flutlicht trainieren dürfen. Das war wichtig, denn unsere Wettkämpfe werden – bedingt durch die TV-Übertragungen in Deutschland – erst spät abends stattfinden. Auch unser Quartier haben wir angeschaut. Jetzt wissen wir, was uns erwartet. Die Vorfreude ist riesig!

Text/Interview: Stephan Schöttl, Allgäuer Anzeigeblatt, 29.11.2017

am 23.11.2017

Auf dem Sprung

Vinzenz Geiger

Vinzenz Geiger (20) aus Oberstdorf hat große Ziele. Im Sommer wurde er mit Johannes Rydzek deutscher Vizemeister, jetzt beginnt in Finnland die Weltcup-Saison.

Die letzten Tage daheim in Oberstdorf hat Vinzenz Geiger noch einmal richtig genossen. Zeit für Freunde und Familie, Training in gewohnter Umgebung, Nächte im eigenen Bett. In den kommenden Monaten wird der 20-Jährige, der so heimatverbunden ist, größtenteils auf all das verzichten und in Hotels auf der ganzen Welt aus dem Kofferleben müssen. Für Geiger und die deutschen Kombinierer beginnt in Ruka/Finnland die neue Weltcup-Saison. Vier Monate, in denen sie mit der Rolle der Gejagten klarkommen müssen. Denn zuletzt war das Team so dominant wie nie zuvor. Johannes Rydzek, auch ein Oberstdorfer, hat bei der WM in Lahti alle vier Titel gewonnen, Eric Frenzel zum fünften Mal den Gesamtweltcup und das Team die Nationenwertung. Bei einigen Weltcups standen sogar ausschließlich Deutsche auf dem Podest.

Mindestens bis Januar ist auch Geiger gesetzt im Weltcup-Team des Deutschen Skiverbands (DSV). Die Ziele des Talents aus dem Allgäu
klingen verhältnismäßig bescheiden: „Natürlich will ich immer noch ein bisschen besser werden. Erst einmal geht es aber darum, sich im Weltcup zu etablieren.“ Über jede einzelne Top-10-Platzierung werde er sich in diesem Jahr schon riesig freuen. Ob es bereits in Ruka dafür reicht, ist fraglich. Geiger laborierte in den vergangenen Tagen noch an einem Infekt. Wird der 20-Jährige konkret auf seine sportliche Zukunft angesprochen, wird deutlich, mit welchem Ehrgeiz er die Sache angeht. „Klar will ich irgendwann mal ganz oben sein, einen Weltcup gewinnen, Weltmeister werden. Es wäre ja auch komisch, wenn man solche Ziele nicht hätte“, meint Geiger. Im Nachwuchsbereich hat er den Kombinierer-Gipfel bereits erklommen.

Im Januar 2017 wurde er in Soldier Hollow/USA im Einzelwettbewerb über fünf Kilometer Juniorenweltmeister. Mit einem ähnlichen Erfolg hatte sechs Jahre zuvor auch die große Karriere von Johannes Rydzek begonnen, auch er hatte damals bei einer Nachwuchs-WM Gold gewonnen. Der 25-Jährige ist seit mittlerweile fast drei Jahren Geigers Trainingspartner, im Sommer sind die zwei Oberstdorfer zusammen deutscher Vizemeister geworden. „Es war für mich schon etwas Besonderes. Johannes ist einer der besten Athleten der Welt. Ist doch klar, dass mich das noch zusätzlich motiviert hat“, meint Geiger. Ohnehin geht er mit dem Konkurrenzkampf im deutschen Team recht gelassen um. Das Weltklasse-Niveau selbst im Training bringe jeden Einzelnen Tag für Tag ein Stückchen weiter. Geiger sagt: „Wenn man weiß, wo man hin will, muss man sich mit den Besten messen.“ Dass diese meist älter und erfahrener sind, stört ihn nicht. Jeder sei auf sich selbst fokussiert, einen Leistungsvergleich gebe es unter den Athleten nicht. Die Trainer behalten Sprungweiten und Laufzeiten mit Blick auf die Olympischen Spiele in Pyeongchang freilich mehr im Auge. Sie haben letztlich die Qual der Wahl. Auch Geiger sagt: „Ich will auf jeden Fall zu Olympia. Wenn alles zusammenpasst, habe ich eine Chance. Aber selbst, wenn es dieses Mal noch nicht klappt, bricht für mich keine Welt zusammen. Dann halt in vier Jahren.“ Die entsprechende Vorarbeit hat der 20-Jährige bereits geleistet: Im Frühjahr hat er die Abiturprüfungen bestanden, nach kurzer Pause folgten Training, Training und noch einmal Training. Zwei Einheiten täglich bei lediglich einem Ruhetag pro Woche. Die Intensität wurde im Vorfeld dieser Saison noch einmal erhöht. Vor allem im Ausdauerbereich. „Nachdem die zusätzliche Belastung durch die
Schule jetzt weggefallen ist, fühle ich mich im Training befreiter“, erklärt er. Dass ihm das guttut, hat der Allgäuer bei den Wettkämpfen im Sommer bewiesen. Doch trotz guter Ergebnisse dämpft er die Erwartungen: Die Wettkämpfe auf Matten und Skirollern seien kein Gradmesser für den
Winter. „Man kann sich natürlich entsprechend Selbstvertrauen holen. Aber beim Weltcup-Auftakt wird alles wieder auf Null gestellt“, sagt der Oberstdorfer.

Er fühle sich gut, baue bei den Wettkämpfen auch auf einen zusätzlichen Schub durch die Emotionen auf der Schanze und in der Loipe. Emotionen, denen er auch bei einem seiner großen Hobbys freien Lauf lässt: Schafkopf. „Leider können das in unserem Team noch nicht genügend Leute. Aber wir werden’s ihnen in diesem Winter beibringen“, meint er lachend.

Text: Allgäuer Anzeigeblatt, 23.11.2017

am 20.11.2017

Der Skiclub Oberstdorf findet neuen Namenssponsor für die Schattenbergschanze

Auftaktspringen der 65. Vierschanzentournee

Vor dem Start in die neue Event-Saison mit zahlreichen Wintersport-Highlights bekommt die bekannte WM-Arena am Schattenberg in Oberstdorf einen neuen Namen. Ab 1. Dezember heißt das Stadion offiziell „Audi Arena Oberstdorf“

Vor dem Start in die neue Event-Saison mit zahlreichen Wintersport Highlights bekommt die bekannte WM-Arena am Schattenberg in Oberstdorf einen neuen Namen. Ab 1. Dezember heißt das Stadion offiziell „Audi Arena Oberstdorf“. Audi löst damit nach 13 Jahren die Erdinger Brauerei als Namensgeber ab. Audi ist bereits seit mehreren Jahren aktiver und vertrauter Kooperationspartner der Skisport-und Veranstaltungs GmbH.

„Wir freuen uns, Audi als neuen Namensgeber gewonnen zu haben. Audi passt als starker regionaler, nationaler und internationaler Partner im Wintersport ideal zu einem der schönsten Skisprungstadien weltweit“, kommentiert der Vorsitzende des Skiclub Oberstdorf, Dr. Peter Kruijer die Neuigkeit.

Ob vor Ort in Oberstdorf, Garmisch-Partenkirchen, Innsbruck und Bischofshofen oder live im TV: Rund um Neujahr ist die Vierschanzentournee das Wintersport-Highlight schlechthin. Audi engagiert sich seit mehreren Jahrzehnten als aktiver Förderer des Wintersports, und ist Presenting-Sponsor der traditionellen Vierschanzentournee.

Für die Marketing Abteilung der Skisport- und Veranstaltungs GmbH gab es im Vorfeld bereits viel zu tun, denn der komplette Werbeauftritt der Arena wird grundlegend verändert. Bereits bis Anfang Dezember soll die Umstellung aller bisherigen Werbemittel von der Homepage bis zu den Eintrittskarten erfolgt sein.

am 14.11.2017

Tickets für das Auftaktspringen jetzt noch sichern!

Volles Stadion bei der Vierschanzentournee

Vierschanzentournee: Ticket-Vorverkauf läuft auf Rekordkurs

Früher als in den Jahren zuvor ist bei den deutschen Skisprungfans die Vorfreude auf das erste große Wintersport-Highlight im Allgäu entfacht. Nach dem Start des Skisprung-Weltcups in Wisla (POL) mit dem 4. Platz von Richard Freitag im Einzelspringen, boomt der Vorverkauf für das Auftaktspringen der 66. Vierschanzentournee in Oberstdorf (29./30. Dezember) weiter. „In der ersten Staffel des Vorverkaufs haben wir zunächst Ticketpakete für beide Tage, also Qualifikation und Wettkampf zusammen, verkauft. Bereits hier war die Nachfrage noch stärker als in den Jahren zuvor. Seit dem Start des Weltcups mit der guten Mannschaftsleistung der deutschen Skispringer geht’s nun richtig rund“, erklärt Florian Weidel, Geschäftsführer der Vierschanzentournee und Generalsekretär beim Auftaktspringen in Oberstdorf.

Generalsekretär Florian rechnet wieder mit über 35.000 Zuschauern für die beiden Veranstaltungstage in Oberstdorf. „Vor den olympischen Winterspielen in Pyeongchang (Südkorea) steht die Vierschanzentournee noch mehr im öffentlichen Fokus, denn für die Teams ist die Tournee der erste große Gradmesser im Olympiawinter.“

Karten für das erste große Wintersport-Highlight 2017/18 im Allgäu werden in einigen Kategorien bereits knapp, so sind die Blöcke C, D Premium, Block B1, Block B2, Block H, Block Z1, Block Z2, Block E1 (Kat. II) bereits voll. Die Sitzplätze sind seit längerem restlos ausverkauft. Wer noch rechtzeitig Tickets für das Auftaktspringen ergattern möchte, dem empfehlen die Organisatoren den Online-Shop unter www.arena-ticket-allgaeu.de und die Tickethotline 08322/8090-350.

am 08.11.2017

Attacke!

Katharina Althaus gewinnt Nachtspringen 2017

Katharina Althaus ist derzeit Deutschlands beste Skispringerin. Die Oberstdorferin will auch im Weltcup durchstarten und träumt von einer Medaille bei den Olympischen Spielen.

Katharina Althaus ist trotz ihrer jungen 21 Jahre schon ein alter Hase unter den deutschen Skispringerinnen. Die Allgäuerin gehörte 2011 beim ersten Weltcup der Frauen bereits zum Nationalteam – mit 15. Inzwischen, sechs Jahre später, ist sie Deutschlands Nummer eins. Im Sommer hat sie beim Grand Prix in Courchevel/Frankreich sogar Überfliegerin Sara Takanashi
aus Japan deklassiert. Nach ihrem Sieg bei der deutschen Meisterschaft in Oberstdorf haben wir mit der Zollbeamtin gesprochen.

Herzlichen Glückwunsch zum Sieg bei der deutschen Meisterschaft. Was ist Ihnen dieser Titel wert?
Katharina Althaus: Schon einiges. Vor allem, wenn man sieht, wie hart zum Beispiel Svenja Würth und Carina Vogt in den vergangenen Wochen im Training gearbeitet haben und wie stark sie dabei zum Teil gesprungen
sind.

Der Konkurrenzkampf an der Spitze des Teams ist mittlerweile recht groß. Hemmt oder motiviert dieser interne Leistungsdruck?
Althaus: Mich motiviert das eher. Wir treiben uns gegenseitig zu guten Leistungen, verstehen uns aber auch untereinander ziemlich gut. Jede gönnt der anderen den Erfolg. Auch das ist wichtig in einem funktionierenden Team.

Lange Zeit war Carina Vogt als vierfache Weltmeisterin und Olympiasiegerin die unantastbare Nummer eins in der deutschen Mannschaft. Jetzt stehen Sie im Mittelpunkt. Wie kommen Sie mit dieser neuen Rolle zurecht?
Althaus: (überlegt lange) Es ist natürlich cool, dass ich jetzt ganz vorne bin und alle auf mich schauen. Auf der anderen Seite weiß ich genau, dass es sich bei uns recht schnell ändert. Das ist schon von Trainingseinheit zu Trainingseinheit anders. Mal ist die eine besser, dann wieder die andere. Micht freut es einfach, dass ich gerade so konstant gut bin.

Und Sie scheinen auch mental stark zu sein. Ihre Sprünge sehen alle so federleicht aus ...
Althaus: Es ist tatsächlich so. Wenn man in Form ist, wenn gerade alles passt, fühlt sich das auch für den Sportler leicht an. Es ist ein tolles Gefühl, wenn man auf die Schanze geht und nicht groß nachdenken
muss.

Ist das auf der Schanze der größte Unterschied zu den Jahren zuvor?
Althaus: Nein, nicht nur das. Am Sprung verändert sich von Jahr zu Jahr auch einiges. Die Absprungwinkel oder die Geschwindigkeiten beim Anlauf zum Beispiel. Auch bei den Männern ist das so. Da passiert alles aber nicht mehr in so großen Schritten.

Apropos Schritte. Den nächsten großen Schritt könnten Sie schon im Februar bei den Olympischen Spielen in Pyeongchang machen. Spielt das in Ihren Träumen schon eine Rolle?
Althaus: Natürlich träumt jeder Sportler davon, bei Olympia eine Medaille zu gewinnen. Aber jetzt muss ich meine guten Leistungen erst einmal im Weltcup bestätigen und schauen, dass ich mich schnell für Pyeongchang qualifiziere.

Die Kampfansage aus dem Allgäu bleibt also noch aus?
Althaus: (lacht) Ja, ich möchte erst gut in den Weltcup kommen und vorne mitspringen. Das hat im Sommer schon ganz gut geklappt.

Sie haben das Springen in Courchevel sogar gewonnen. Ist das denn ein Gradmesser für den Winter?
Althaus: Man sagt gerne, dass erfolgreiche Wintersportler im Sommer gemacht werden. Wenn man da richtig gut springt, muss schon einiges
schief laufen, dass es im Winter nicht auch klappt. Aber passieren kann freilich immer etwas.

Ist es manchmal nicht frustrierend, wenn man bei den Wettkämpfen trotz der guten Leistungen in weitgehend leere Zuschauerränge schaut?
Althaus: Klar, es könnten schon ein bisschen mehr Zuschauer sein. Gerade wenn man sieht, wie viele Menschen zu den Springen der Männer kommen. Aber ich denke, das wird sich auch bei uns noch ändern. Es gab auch schon schlechtere Zeiten (lacht).

Während der Saison sind Sie viel unterwegs und leben oft wochenlang nur aus dem Koffer. Macht das Spaß?
Althaus: Ich bin schon eine ganze Weile im Weltcup dabei und habe mich recht schnell daran gewöhnt. Ich mag es gerne, unterwegs zu sein, aber genauso gerne komme ich auch wieder heim. Die Mischung macht’s. Ich könnte nicht die ganze Zeit zu Hause in Oberstdorf sitzen, aber ich möchte auch nicht ständig weg sein.

Wie sehen denn die nächsten Wochen für Sie aus?
Althaus: Wir fliegen noch ein paar Tage in die Sonne nach Zypern. Wir sind den ganzen Sommer ohne Pause durchgesprungen. Jetzt ist es Zeit, vor dem Weltcupstart noch einmal ein bisschen runterzukommen. Das finde ich sehr wichtig. Aber dann geht’s Ende November auch schon wieder nach Lillehammer zum Training vor dem Weltcupauftakt.

Text: Allgäuer Anzeigeblatt 08.11.2017

am 07.11.2017

Oberstdorf-Team feiert Herbstfest

Helferfest 2017

Über 400 Helfer feiern den Kick-Off für die Weltcup-Saison 2017/18

Großer Andrang herrschte in der Oybele-Halle an diesem Abend, als das Oberstdorf-Team das jährliche Helferfest feierte. Unter dem Motto "Herbstfest" kamen über 400 der freiwilligen Helfer, um neben dem Helfergeschenk als Dankeschön für die Mitarbeit im vergangenen Winter vor allem einen gemütlichen Abend zu genießen. Die Skisport- und Veranstaltungs GmbH und der Skiclub Oberstdorf ließen sich auch diesmal wieder ein buntes Programm einfallen, welches für einen kurzweiligen Abend sorgte. Nach der Einkleidung mit einer neuen Skihose von Ziener übernahmen OK-Präsident Dr. Peter Kruijer und die neuen Geschäftsführer Florian Stern und Christian Rapp das Mikrofon, dankten für den tollen Einsatz der letzten 12 Monate und nutzten aber natürlich die Gelegenheit, voller Vorfreude auf die anstehenden Aufgaben hinzuweisen. Vor allem die FIS Weltmeisterschaft im Skifliegen vom 18.-21.01.2018 steht dabei in großem Fokus, nach der gelungenen Generalprobe im letzten Winter. Aber auch der Auftakt der 66. Vierschanzentournee (29./30.12.2017) die FIS Tour de Ski (03./04.01.2018) und das Weltcup-Finale der Skisprung-Damen (23.-25.03.2018) versprechen einen arbeitsreichen Winter, so Stern und Kruijer.

Bevor es jedoch mit vollem Elan an die anstehenden Aufgaben geht, stand noch der gemütliche Teil an. Der Fassanstich durch Geschäfstführer Florian Stern eröffnete das Bayerische Buffet, dass von Hans-Peter Rauch und seinem Team vorbereitet wurde. Danach ging es für die gestärkten Helfer beim Armdrücken, "Nageln" und Lasergewehrschießen darum, welches Ressort auch abseits der "normalen Arbeit" als Helfer ganz vorn dabei ist. Eines ist nach diesem Abend sicher: das Oberstdorf-Team ist bereit für den anstehenden Winter mit den zahlreichen Aufgaben.

am 06.11.2017

Letzte Sonderführung in der Audi Arena!

Führung in der Erdinger Arena

Auch während der Revisions- und Umbauarbeiten auf Winterbetrieb in der Erdinger Arena bieten wir Gästen und Interessierten die Möglichkeit eines der schönsten Skisprungstadien der Welt zu besichtigen.

Oberstdorfs Gäste haben auch im November - trotz Revision und Umbauarbeiten auf Winterbetrieb die Möglichkeit, die Audi Arena im Rahmen einer Führung zu besichtigen. Letzmalig am 28. November können Oberstdorfer Gäste mit der Allgäu Walser Premium Card kostenfrei an der Führung teilnehmen. Alle anderen Gäste und Interessierte können ebenfalls zum normalen Preis von 10,- Euro pro Person (9,00 Euro mit Allgäu Walser Card) an der Führung teilnehmen. Start ist jeweils um 14.00 Uhr am Eingang der Arena. Die informative Führung durch eines der schönsten Skisprunganlagen der Welt dauert ca. 1,5 Std.. Für die Führungen ist keine Anmeldung erforderlich und finden garantiert ab einer Teilnehmeranzahl von 1 Person statt.

Weitere Informationen zu unseren Sonderführungen erhalten Sie unter 08322 80 90 332.

am 04.11.2017 von Stefan Weidhaas

Katharina Althaus jubelt über Titel

DM

Die Oberstdorferin ist neue Deutsche Meisterin im Skispringen

Die neue Deutsche Meisterin im Damen-Skispringen kommt aus Oberstdorf. An ihrer Heimschanze setzte sich Katharina Althaus (Skiclub Oberstdorf) mit Weiten von 92,0m / 99,5m und 236,4 Punkten gegen ihre Konkurrentinnen Svenja Würth (SV Baiersbronn; 223,7 P) und Juliane Seyfarth (TSG Ruhla 07; 222,7 P) an die Spitze. Auf den vierten Platz kam die Olympiasiegerin Carina Vogt (SC Degenfeld) vor Ramona Straub und einer weiteren Oberstdorferin, Gianina Ernst. Althaus holte sich nach 2014 und 2015 damit erneut den Titel.

Hochzufrieden strahlte die neue Deutsche Meisterin über ihren Erfolg auf der HS-106 -Schanze. Derzeit gelingt ihr fast jeder Sprung mit einer bewunderswerten Leichtigkeit. Beim Sommer-Grand-Prix in Courchevel zeigte sie mit ihrem Sieg bereits ihre hervorragende Verfassung. „Ich glaube, seitdem ich die Doppelbelastung Schule und Sport hinter mir habe, geht alles viel einfacher“, erklärt die 22-Jährige , die inzwischen beim Zoll-Skiteam angestellt ist, ihre derzeitige Überlegenheit.

Althaus ist damit auch ganz sicher beim Weltcup-Auftakt Anfang Dezember in Lillehammer dabei. „Ebenso wie Svenja Würth, Carina Vogt und Juliane Seyfarth, die sich ihre Startberechtigung durch ihre guten Leistungen im Sommer ebenfalls verdient haben“, so Bundestrainer Andreas Bauer. Die restlichen zwei Plätze werden nach einer internen Ausscheidung ebenfalls in Oberstdorf verteilt. Favoritinnen für die heißbegehrten Tickets sind Gianina Ernst (SCO) und Ramona Straub (SC Langenordnach). Coach Bauer: „Aber auch die übrigen Mädchen haben eine reelle Chance, weil die Anforderungen auf der Großschanze doch noch mal etwas andere sind“. Es gilt also, sich in Oberstdorf auf der HS-140-Schanze zu empfehlen, weil auch in Lillehammer einer der Wettkämpfe auf der Großschanze stattfindet.
Beim Weltcup-Auftakt dabei zu sein, ist in diesem Winter besonders wichtig, denn es geht auch darum, sich frühzeitig die Teilnahme an den Olympischen Spielen zu sichern. "Hier haben wir die Kriterien neu und klar definiert: zweimal unter die besten acht im Weltcup zu springen, sichert das Ticket", erläutert Andreas Bauer. Eine Wild-Card erhält übrigens Anna Rupprecht (SC Degenfeld), die vorjährige Deutsche Meisterin. Nach einer schweren Knieverletzung kommt für die Weltcup-Sechste des Vorjahres die interne Ausscheidung noch zu früh. Erst vor drei Wochen ist die 20-Jährige wieder ins Sprung-Training eingestiegen und die Deutsche Meisterschaft war ihr erster Wettkampf.

Oberstdorf hatte kurzfristig die Ausrichtung der Deutschen Meisterschaft von Klingenthal übernommen, wo es keine vergleichbare Schanze gibt. Von der Großschanze hätten die Frauen jedoch den Regeln folgend, nicht starten dürfen. Skiclub-Vorsitzender Dr.Peter Kruijer erklärte die spontane Bereitschaft der Oberstdorfer, in diesem Fall gern einzuspringen, für selbstverständlich. „ Wir freuen uns immer, wenn wir die deutschen Damen beherbergen dürfen. Unser Team hat das möglich gemacht und die Winterpräparierung ein wenig nach hinten hinausgezogen." Nun werde es jedoch auch Zeit, die Schneefangnetze auf die Schanzen zu bringen und die Anlage winterfest zu machen. Kruijer: "Denn dieser Winter wird für uns lang und schwer“.

am 30.10.2017

In den Startlöchern

Das Team der SVG bereitet sich auf den anstehenden Winter vor

Die runderneuerte Skisport- und Veranstaltungs GmbH rüstet sich für vier anstehende Großveranstaltungen in Oberstdorf.

Noch läuft alles im Modus „Business as usual“ in der Erdinger Arena: Auf den Matten findet Sommertraining statt – die Besucher können nur ahnen, dass in zwei Monaten über 25.000 Zuschauer der Auftakt der 66. Vierschanzentournee verfolgen. Aber im Funktionsgebäude des SC Oberstdorf und der Skisport- und Veranstaltungs GmbH bereiten sich die Mitarbeiter auf einen heißen Winter vor. Vier Großveranstaltungen stehen an: Neben dem Tournee-Auftakt (29./30. Dezember) findet die Tour de Ski mit zwei Etappen (3./4. Januar, der Höhepunkt Skiflug-WM (18. bis 21. Januar) und das Weltcup-Finale der Skisprung-Damen ab 23. März statt. Es ist also viel zu tun für das SVGTeam um die neuen Geschäftsführer Florian Stern und Christian Rapp.

Johannes Klein ist zuständig für die Akkreditierungen, die Helfer – und er ordnet Ehrenamtliche den Ressorts zu. 1200 ehrenamtliche Kräfte werden im Einsatz sein – vom Parkplatzeinweiser bis zum Weitenmesser. Die meisten gibt es bei der Vierschanzentournee und der Skiflug-WM. „Viele aus dem Oberstdorf-Team nehmen Urlaub oder reisen von weither an, um die ganze Zeit zu helfen“, weiß Klein. Seine zweite Aufgabe sind die Akkreditierungen: Wer wohin Zugang hat, welche Bereiche für wen tabu sind, all das ist klar geregelt. „Wenn die Kollegen draußen vor Ort richtig im Stress sind, sollte es bei mir ruhig sein“, sagt er, „dann weiß ich, dass die Arbeit im Vorfeld gut war“.

Auch Felix Veith muss schon kräftig ran, wenn der Ticketverkauf anläuft. Der Einzelkartenverkauf für die Tournee läuft bereits an, und Veith registriert zwei Monate vorher die besten Zahlen seit jeher. „Auch für die Skiflug-WM läuft die Nachfrage hervorragend“, sagt Veith. Zwei, die mit Produktionsleitung, Marketing und Stadionproduktion zu tun haben, sind Angela Wiartalla und Stefan Weidhaas. Wiartalla, zuvor Assistentin der Geschäftsleitung, kümmert sich um die Koordination von Dienstleistern, holt Angebote ein, stimmt die TVProduktion ab und kümmert sich um die Infrastruktur vom Gerüstbau bis zur Kameraaufstellung. Zählen kann sie dabei auf die Unterstützung von Weidhaas, der sich mit Marketing, Anzeigenplanung, Radiospots und Sponsoren-Abstimmung kümmert. „Im Grunde ist das der komplette Ablauf jenseits des Sports, die Musik, die Zeremonien, die Übertragung auf die Videowall“, beschreibt er seinen Job.

Michael Neumayer hat nach seiner Karriere als Skispringer die Seiten gewechselt und sieht sich als „Mädchen für alles“: Schanzenpräparierung,
Schneeproduktion, Technik im Stadion. Den Sportlichen Leiter Hans Schmid unterstützt er, erledigt die Ausschreibungen für Wettkämpfe und übernimmt die Rennleitung, wenn Kollege Georg Späth gerade nicht kann. Und das alles neben dem Zusatz-Job, den Neumayer für die FIS erledigt – als Technischer Delegierter ist er für die Materialkontrolle im Einsatz. „Langweilig wird es mir in diesem Winter sicher nicht“, sagt er schmunzelnd. Die Sommer-Events wie der Fis-Grand-Prix der Kombinierer
seien im Vergleich zur Tournee und Skiflug-WM „Kindergeburtstag“ gewesen.

Text: Elke Wiartalla/Allgäuer Anzeigeblatt 26.10.2017

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