Katharina Althaus

Pressemitteilungen

Hier finden Sie aktuelle Pressemitteilungen zum FIS Weltcup der Damen vom 23.-25. Januar in Oberstdorf

Skispringen
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Vier im Glück
Vier im Glück

Statt Jetlag gab es tolle Sprünge

Deutsche Skisprung-Damen absolvieren zwei erfolgreiche Trainingstage vor dem Heim-Weltcup in Oberstdorf

Die deutschen Skispringerinnen waren erst am späten Abend zuvor zurückgekehrt aus Japan und dann am frühen Morgen schon wieder auf ihrer Heimschanze in Oberstdorf anzutreffen. Zwei Trainingstage hatte DSV-Bundestrainer Andreas Bauer mit seinem Team vor dem großen Auftritt am Wochenende einbauen können, nachdem die Organisatoren des Weltcup-Skispringens der Frauen die Anlage in den Tagen zuvor perfekt präpariert haben.

„Die Bedingungen hier sind absolut optimal“, lobte der Chef-Coach bei einer Pressekonferenz mit den SCO-Athletinnen Katharina Althaus und Gianina Ernst sowie dem Stützpunkttrainer Peter Leiner in der Erdinger Arena. „Statt daheim zu hocken, trainiere ich doch lieber nochmal“, antwortete Katharina Althaus auf die Frage, ob die letzten Tage nicht doch etwas stressig gewesen seien. Die Weltcup-Springen in Japan mit viel Schnee und Wind, mit Verzögerungen und Wettkampfabbrüchen haben die Mädchen erstaunlich gut weggesteckt. Katharina, die für den Skiclub Oberstdorf startet, hatte sogar einen ausnehmend guten ersten Versuch. Das lässt hoffen für das Wochenende. Bundestrainer Bauer hat viel Lob für seine Top-Athletin: „Kathi hat in diesem Jahr dank des täglichen Trainings mit Stützpunkt-Trainer Peter Leiner noch mal einen entscheidenden Qualitätssprung nach vorne gemacht“. Das Geheimnis: das Team hat sich an die Trainingsphilosophie der Herren angegliedert. „Wir haben neue Trainingsanreize geschaffen, an Technik und Athletik gearbeitet, um noch mal fünf Prozent mehr Qualität herauszukitzeln“, erläutert Bauer zum Althaus´schen Trainingsprogramm.

Am Wochenende darf sich neben den beiden SCO-Athletinnen noch eine Clubkameradin über einen Weltcup-Einsatz freuen: Veronika Zobel empfahl sich mit tollen Trainingssprüngen für die beiden Entscheidungen am Wochenende. Alle deutschen Damen sind gespannt auf die Wettbewerbe, wollen bei diesem Heim-Weltcup vor Familie und Freunden ihr Bestes geben. Optimistisch blickt Althaus dem Heimweltcup entgegen: „Die vertraute Schanze und dazu die guten Leistungen in der letzten Zeit, das gibt Sicherheit“, sagt sie.

Jubeln dürfen Freunde und Bekannte gemeinsam mit vielen Skisprungfans aus nah und fern übrigens schon bei der Eröffnungsfeier am Freitag-Abend. Da werden sich die Top-Ten der Welt im Damenskispringen auf der Bühne präsentieren und dem Moderator Jens Zimmermann ebenso Rede und Antwort stehen wie die komplette Nationalmannschaft. Für die beiden Wettkampftage rechnet Organisationschef Stefan Huber mit 2.000 bis 3.000 Zuschauern. „Dazu kommen Fernsehübertragungen an beiden Tagen zu besten Sendezeiten im ZDF. Mithin eine tolle Kulisse und die Aufmerksamkeit, die dieser jungen Sportart und den erfolgreichen deutschen Frauen gebührt.“

Karten für beide Veranstaltungstage gibt es bereits ab 6 EUR an den Tageskassen.

TICKET-SERVICE – ARENA-TICKET-ALLGÄU
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Carina Vogt
Carina Vogt

Skisprung Damen rechtzeitig für Heim-Weltcup in Topform

Die Skisprung-Damen um Bundestrainer Andreas Bauer sind rechtzeitig für den vom 23. – 25. Januar stattfindenden Weltcup in Oberstdorf in der Erdinger Arena in Top-Form. Beim Weltcup in Sapporo (JAP) belegte Olympiasiegerin Carina Vogt die Ränge sieben und zwei und zeigt damit nach ihrer Knie-Operation im Frühjahr, dass mit ihr auch diesen Winter zu rechnen ist. Die Sportlerinnen des Skiclubs Oberstdorf waren ebenfalls sehr gut platziert. Katharina Althaus erreichte die Ränge zehn und sechs, Gianina Ernst wurde 18. und 17. Wir trafen einen hochzufriedenen Bundestrainer Andreas Bauer.

Andreas Bauer mit welchen Eindrücken sind Sie aus Japan zurückgekehrt?

Bauer: Ich bin froh über das gute Abschneiden unserer Athletinnen, aber nach den Erfahrungen mit mangelnden Trainingsmöglichkeiten und sehr schwierigen Wetterbedingungen mit tagelangem Schneesturm dort freuen wir uns jetzt sehr auf diesen Heim-Weltcup. Für uns es ein absolutes Highlight, dass zum ersten Mal auf der Haupttrainingsschanze am Stützpunkt ein Weltcup veranstaltet wird. Stefan Huber und sein Team gehen unsere Wettbewerbe mit derselben Professionalität an wie die Top-Events für die Männer. Allen, die dazu beitragen, gebührt dafür ein ganz großes Lob.

Wer von den Mädchen darf sich auf einen Start in Oberstdorf freuen?

Bauer: Die sechs Weltcup-Springerinnen Katharina Althaus, Gianina Ernst, Carina Vogt, Juliane Seyfarth, Ulrike Gräßler und Svenja Würth sind gesetzt. Aus der nationalen Gruppe hat aber eine Veronika Zobel ebenso eine Chance auf einen Platz wie Anna Rupprecht, Ramona Straub, Agnes Reisch oder Luisa Göhrlich. Sie alle kommen entweder aus Oberstdorf oder haben hier dank der Schulen, des Skiinternats oder der Bundeswehr-Sportfördergruppe in Sonthofen ihren Trainings- und Lebensmittelpunkt. Sie sind also mit der Oberstdorfer Schanze bestens vertraut. Ein klarer Heimvorteil also. Allerdings muss man bedenken, dass auch wir das letzte Mal am 8. November hier trainieren konnten.

Welche Erwartungen hat der Coach an seine Mädels?

Bauer: Für Katharina freut es mich sehr, dass sie in der Spitzengruppe Fuß gefasst hat. Es ist nur noch eine Frage der Zeit, dass sie auf dem Podest steht. Carina konnte nach ihrer Knie-OP eigentlich erst Mitte September wieder richtig trainieren. Sie konnte die lange, wettkampflose Zeit nach dem Weltcup-Auftakt in Lillehammer optimal nutzen, um wieder vollkommen fit zu werden. Bis zur WM in Falun haben wir jetzt einen engen Terminkalender und für die Mädels noch einige Male Gelegenheit, sich für die Teilnahme dort zu qualifizieren. Carina hat das bereits geschafft, Kathi hat die halbe Norm, zwei Platzierungen unter den Top-8, erfüllt. An guten Tagen, wenn alles passt, haben sie alle das Zeug für ein Top-Ten-Ergebnis.

Seit vier Jahren gibt es nun den Damen-Weltcup im Skispringen. Wie könnte sich diese junge Disziplin weiterentwickeln?

Bauer: Ein ausgewogenerer Wettkampfkalender wäre nicht schlecht. Nach dem Auftakt in Lillehammer gab es im Dezember gar keinen Weltcup für uns. Außerdem würden sich unsere Mädchen gern auch auf der Großschanze präsentieren. An Schneid fehlt es ihnen dafür sicher nicht. Und was natürlich dem Ganzen die Krone aufsetzen würde, wäre so etwas wie eine Vierschanzentournee der Frauen, vielleicht sogar im Umfeld der traditionellen Tournee der Männer.

Dr. Peter Kruijer
Dr. Peter Kruijer

Vorfreude auf das Weltcup-Skispringen der Damen

Mit der Vierschanzentournee und der „Tour de Ski“ haben Skiclub und SVG zwei Veranstaltungen gemeistert, die es in diesem Winter aufgrund der Wetterkapriolen wirklich in sich hatten. Nun folgt mit dem Weltcup im Damen-Skispringen eine echte Premiere. Wir fragten das den Vorsitzenden des Skiclubs Oberstdorf.

Blickt man als Veranstalter auf das Wochenende 23. bis 25. Januar 2015 mit der Gelassenheit des Routiniers, mit viel Vorfreude oder doch mit einer gewissen Skepsis auf das, was dieser Winter noch alles zu bieten hat?

Dr. Peter Kruijer: Die Vorfreude überwiegt natürlich, wir sind stolz von der FIS den Damen Weltcup übertragen bekommen zu haben. Dieser Winter ist aber für viele Überraschungen gut, wir haben mit Problemen gekämpft, die wir in den Vorjahren so ausgeprägt nicht hatten. Eigentlich haben wir alle Wetterunbillen schon hinter uns (schmunzelt) aber ein Selbstläufer ist diese Veranstaltung nicht und bedarf aller Mühe. Gott sei Dank haben wir ein tolles Team, das engagiert arbeitet.

Damen-Skispringen ist für den Skiclub Oberstdorf nicht neu, oder?

Dr. Kruijer: Als Weltcup ja. Wir haben schon diverse Veranstaltungen mit den Damen durchgeführt und die nationalen Damen trainieren sehr viel bei uns, dazu natürlich unsere „Clubmädels“, auf die wir stolz sind. Die Perspektive, später einmal an Weltcup-Veranstaltungen, Weltmeisterschaften und Olympischen Spielen teilzunehmen, ist für die Nachwuchsathletinnen ein starker Motor.

Wie wichtig ist das für die Nachwuchsarbeit beim Skiclub Oberstdorf?

Dr. Kruijer: Nachwuchsarbeit ist für uns als Verein sehr wichtig. Wir legen großen Wert darauf und investieren jede Menge. Ein großer Stab von engagierten Trainern unterstützt uns hierbei. Neben den internationalen Veranstaltungen in Oberstdorf sind diese jungen Sportler Botschafter Oberstdorfs in der Welt.

Heimweltcup – der Bundestrainer der Damen, Andreas Bauer, aber auch einige der favorisierten Sportlerinnen wie Katharina Althaus , Carina Vogt oder Gianina Ernst kommen aus Oberstdorf bzw. haben hier am Stützpunkt ihren Lebens- und Trainingsmittelpunkt. Welche Bedeutung misst der Skiclub diesem Heimvorteil zu, der ja durchaus auch Verpflichtung den eigenen Sportlern gegenüber ist?

Dr. Kruijer: Wir stellen den ganzen Winter fünf Schanzen zum Training bereit, ein großer operativer Aufwand, den wir als Stützpunkt gerne leisten. Hierbei wird viel über die normale Sportförderung (Grundlage jeder Bezuschussung von Bund und Land) hinaus erbracht, diese Arbeit kommt dann den hier Trainierenden auch mal als Heimvorteil zu gute.

Der Skiclub Oberstdorf mit seinen vielen Helfern, der Trainingsstützpunkt mit Sportinternat und Schulen, die sich für die Athleten sehr engagieren, aber auch die Zusammenarbeit mit der Bundeswehr und ihrer Sportfördergruppe, all das ist in Oberstdorf eng verzahnt. Ein Erfolgsrezept?

Dr. Kruijer: Ihre Frage beschreibt exakt unseren Vorteil: eine enge Verzahnung, ein gelebtes Miteinander, Kinder, die sehr früh schon bei uns trainieren können, idealerweise bis sie im Skiweltcup angelangt sind. Immer haben sie Kontakt zu ihren ersten Trainern, die natürlich mit Stolz „ihre“ Zöglinge noch in der Nähe haben, auch wenn diese schon längst in anderen Gruppen trainieren, während die Trainer schon wieder den Nachwuchs aufbauen.

Drei Großveranstaltungen in vier Wochen, wie schafft das der Skiclub?

Dr. Kruijer: Wir haben im ehrenamtlichen Bereich, aber auch bei den hauptamtlichen Mitarbeitern tolle Leute. Sie alle wollen den Sport voranbringen, denken an Oberstdorf und auch an den Werbewert von mehreren hundert Minuten Live-Übertragung im Fernsehen. 5, 6 Millionen Zuschauer, die ein dick verschneites Oberstdorf im Rahmen der Vierschanzentournee über Stunden gesehen haben, dürften auch den Kritikern des Sports in Oberstdorf, verbunden mit den notwendigen Investitionen in die Anlagen, zeigen welche Werbung wir für den Tourismus in der Region geleistet haben. Man darf auch nicht vergessen, dass gleich nach einer großen Veranstaltung die Stadien wieder in einen Zustand versetzt werden, der ein Training, wenn möglich schon zwei Tage später, zu gewährleisten. Auch hierzu müssen Mitarbeiter motiviert werden, wenn die andern noch feiern.

Die DSV-Damen Mannschaft
Die DSV-Damen Mannschaft

Die Damen rocken die Erdinger Arena

Premiere in Oberstdorf: Erstmal findet vom 23. bis 25. Januar ein Weltcup im Damen-Skispringen statt.

Am Wochenende vom 23. bis 25. Januar dreht sich in der Erdinger Arena alles um die Frauen, denn die Oberstdorfer feiern mit der ersten Austragung eines Damen-Skisprung-Weltcups Premiere. Und dieses Debüt sollen Athletinnen und Zuschauer so richtig auskosten. Rund um die Veranstaltung, bei der die weltbesten Springerinnen in zwei Einzelwettbewerben auf der Normalschanze Mut und sportlichen Kampfgeist beweisen, haben die Organisatoren vom Skiclub Oberstdorf und der Skisport-und Veranstaltungs GmbH darum ein Programm vom Allerfeinsten aufgestellt. Die Skisprung-Fans erleben ein großes Startpaket in einer Disziplin, die spätestens seit der Goldmedaille von Carina Vogt in Sotchi ganz stark im Kommen ist.

Den Wert dieser tollen Veranstaltung weiß besonders der 1. Vorsitzende des Skiclubs Oberstdorf Dr. Peter Kruijer zu schätzen: „Für uns ist es eine große Freude, die Damen in diesem Jahr zum ersten Mal im Rahmen des FIS Weltcups begrüßen zu dürfen und wir werden alles tun, um dieser jungen Sportart den Platz einzuräumen, den sie verdient hat.“ Bislang hatten die Oberstdorfer als Veranstalter des Deutschlandpokals und der Deutschen Meisterschaft lediglich die DSV- Athletinnen zu Gast. Im vergangenen Sommer gab es in Oberstdorf die historische Premiere des ersten internationalen FIS Damen-Wettkampfes in der Nordischen Kombination. Nun also kommt von Sara Takanashi (JPN) über Daniela Iraschko-Stolz (AUT) bis hin zu Spela Rogelj (SLO) alles, was Rang und Namen hat in der Welt des Damenskisprungs. Der Trainer der Deutschen Nationalmannschaft hat selbstverständlich nicht nur Carina Vogt, die sich nach ihrer Knie-Operation im Frühjahr inzwischen wieder in glänzender Form präsentiert, im Aufgebot. Katharina Althaus will in ihrem Heimatort ebenso nach einem Podestplatz greifen wie das Weltcup-Küken Gianina Ernst oder die arrivierte Ulrike Gräßler. Es heißt also Daumendrücken für die Besten Deutschlands. Vielleicht setzt schon in Oberstdorf eine der Springerinnen den Wunsch von Andi Bauer um, der nach den erfolgreichen Auftritten in Japan hochzufrieden vorausschaute: „ Jede von ihnen hat das Zeug, aufs Podest zu springen“.

15 Nationen werden am Start sein und die Top-Ten der Welt sowie das komplette Aufgebot des DSV werden am Freitag, 23.Januar um 19 Uhr im Nordic Park dem Publikum ganz hautnah präsentiert. Moderator Jens Zimmermann wird den Mädels auf der Bühne sicher mit all seinem Charme das eine oder andere (Sport)-Geheimnis entlocken. Und die Zuschauer können nach der offiziellen Eröffnung anschließend beim Winterfest weiter feiern.

An den beiden Wettkampftagen geht es dann jedoch im Stadion rund. Das bei der Vierschanzen-Tournee bewährte Moderatorenduo Jens Zimmermann und Helmer Litzke wird für die richtige Mischung aus Information und Unterhaltung sorgen. Für die Athletinnen geht es beim ersten Wettkampf unter Flutlicht um Weltcup-Punkte und Preisgelder und die Zuschauer sind dank der Laser-Best-to-Beat–Linie im Aufsprunghang und des LED Start-Balkens voll drin im Wettkampfgeschehen. Wer vor Qualifikation und Wettkämpfen den Sportlerinnen und den Service-Technikern bei den Vorbereitungen zuschauen möchte, hat dazu Gelegenheit auf einer kleinen Tribüne mit direktem Blick ins Lager der Springerinnen. Spätestens, wenn die ersten Vorspringerinnen vom Balken gelassen werden, kehrt dort jedoch Ruhe ein und die Athletinnen nutzen die Zeit zur Konzentration, zur Entspannung und für einen Besuch in der Athleten-Lounge. Dort gibt es dann auch gesunde Snacks, die nach den Empfehlungen einer Ernährungsberaterin speziell für die Sportlerinnen frisch zubereitet werden.

Karten für die Weltcup-Premiere gibt es noch ausreichend an den Tageskassen.

Carinna Vogt
Carinna Vogt

Noch dominieren die Männer die öffentliche Wahrnehmung, aber Carina Vogt hat mit ihrem Olympiasieg zumindest einen kleinen Boom ausgelöst

So ein Olympiasieg kann das Leben ganz schön durcheinander wirbeln. Carina Vogt weiß das. Im Februar gewann die Skispringerin überraschend Gold bei den Winterspielen in Sotschi. Seitdem ist alles anders. Die 22-Jährige ist ein bisschen nervös, als sie anfängt zu reden. So ein Interview sei vergleichbar mit der Nervosität vor einem Sprung, sagt sie und lacht. „Ich weiß ja nicht, was für Fragen kommen.“

Mit dem Bundestrainer Andreas Bauer aus Oberstdorf ist die 22-Jährige zu Gast in unserer Augsburger Zentralredaktion. Vor ihrem Sieg in Sotschi hat sie nur selten Interviews geben müssen. Skispringerinnen fristen ein Nischendasein in der Welt des Wintersports. Die Männer dominieren in der öffentlichen Wahrnehmung. Noch. In Sotschi durften die Frauen erstmals um olympisches Gold springen. Vogt nutzte die historische Chance. „Danach gab es sehr viele Anfragen von großen Zeitungen und Fernsehsendern“, erzählt die junge Frau aus Degenfeld in der Nähe von Schwäbisch Gmünd. Sie gab Interviews, trat in Fernsehsendungen auf, zeigte Stefan Raab bei TV Total eine Trainingsübung fürs Skispringen.

„Das ging von 0 auf 100. Zuerst war es einfach, das zu bewältigen. Aber irgendwann wurde es auch anstrengend.“ Zu dem Rummel kamen Probleme mit dem Knie. Im Frühjahr musste ein Überbein unter der Patellasehne entfernt werden, in der Sehne selbst steckten Knochenteilchen. Vogt hatte deshalb oft nur
mit Schmerzmitteln springen können.Nach der Operation ging neben dem Aufbautraining die Ausbildung bei der Bundespolizei weiter. So ein Olympiasieg bringt jede Menge Stress mit sich. Irgendwann aber nahm das Interesse wieder ab. Das Knie verheilte gut. Die neue Saison rückte in den Blickpunkt. Bis zu 500 Trainingssprünge absolvieren die Sportlerinnen im Sommer. Vogt schaffte nur einen Bruchteil davon. Das Knie ließ erst ab Mitte September die extremen Belastungen bei Absprung und Landung zu. Vogt schwitzte stattdessen im Kraftraum. Arbeitete an der Athletik und an der Schnellkraft.

Für die Erfolge von gestern gibt es heute nichts mehr. Ihre Goldmedaille hat Vogt zuhause in einer Schachtel deponiert. Das Frauenskispringen hat sich in beeindruckendem Tempo zu einem professionellen Sport entwickelt. Wer nicht optimal vorbereitet ist, springt hinterher. Das erste Weltcupspringen der Saison verlief auch deshalb nicht nach Wunsch. Vogt landete in Lillehammer auf Platz 19.

Kein Problem, sagt der Bundestrainer. „Nach so einer Operation dauert es seine Zeit, bis alles wieder optimal funktioniert.“ Skispringen gilt als eine der komplexesten Sportarten überhaupt. Neben der körperlichen Verfassung, dem Material und den äußeren Bedingungen ist die mentale Stärke ein entscheidender Faktor. Wer anfängtnachzudenken, hat schon verloren. „Wenn ich oben auf der Schanze sitze, muss ich nur genau das abrufen, was ich im Training auch immer mache“, sagt Vogt. Klingt so einfach. Und ist doch so schwer.

In Sotschi musste Vogt als Führende des ersten Durchgangs im zweiten als Letzte springen. Viel Zeit, um sich Gedanken zu machen, sich die Frage zu stellen: Was wäre wenn? Genau in dieser halben Stunde aber habe Vogt die Goldmedaille gewonnen, sagt der Bundestrainer. „Sie hat es geschafft, sich auf ihre Aufgabe zu konzentrieren. Sie hatte Kopfhörer auf, hat ihre Musik gehört. Carina hat dann einfach noch einmal ihre Leistung abgerufen und es hat zum Olympiasieg gereicht.“ Die Konkurrentinnen hielten dem Druck nicht Stand. Auch deshalb stand am Ende eine 22-Jährige vom SC Degenfeld ganz oben, die 16 Jahre zuvor im Ferienprogramm der Gemeinde die ersten Sprungversuche unternommen hatte. Die sich bis heute an der Geschwindigkeit und dem Gefühl des Fliegens berauschen kann. Diese Faszination sollen auch andere Mädchen kennenlernen.

Vogts Olympiasieg hat einen kleinen Boom ausgelöst, sagt Bauer. Im Sommer seien 150 Kinder zum Schnuppertraining nach Oberstdorf gekommen. „Im
internationalen Vergleich haben wir neben Japan die größte Basis.“ Am 24./25. Januar macht der Weltcupzirkus im Allgäu Station. Noch aber ist es
ein weiter Weg, bis die Frauen so populär sind wie die Männer. Immerhin: Bei der Wahl zu Deutschlands Sportlerin des Jahres gehört Vogt zum Favoritenkreis. Die Entscheidung fällt am Sonntag. Und wie es ist, als Außenseiterin zu gewinnen, weiß Vogt inzwischen.

Text: ANDREAS KORNES/ Mit freundlicher Genehmigung des Allgäuer Zeitungsverlages

Katharina-althaus
Katharina-althaus

Frauen heben ab

Es ist eine Premiere, die vom 23. bis 25. Januar auf der Normalschanze der Erdinger Arena in Oberstdorf stattfindet. Und ein weiterer Schritt in die Richtung, folgendes Vorurteil beiseitezuschieben: dass Frauen und das Skispringen so weit auseinander liegen wie die Sonne und der Mond.

In den 90er Jahren war beispielsweise Gian-Franco Kasper, damals Generalsekretär des Internationalen Skiverbandes, der Meinung, dass durch den wuchtigen Aufprall bei der Landung die Gebärmutter der Skisprung-Frauen zerstört würde. Kasper hat seine Meinung revidiert, und seit Carina Vogt bei der Olympia-Premiere in Sotschi Gold für Deutschland holte, hat das Frauen-Skispringen das Tal der kollektiven Ignoranz überwunden.

Von nichts kommt nichts

Das FIS-Weltcupspringen der Frauen passt nach Oberstdorf wie das Tüpfelchen aufs I. Dort befindet sich der Bundesstützpunkt der Damen, und dort trifft man auf Bundestrainer Andreas Bauer oder die Springerinnen Gianina Ernst und Katharina Althaus, die ab 23. Januar mit von der Partie sind. Wir haben uns mit der 18-jährigen Althaus über Tagesablauf, Training, Entbehrungen und die Faszination des Fliegens unterhalten, und am Ende des Gesprächs hat sich ein Spruch bestätigt, der Wahres verkündet: „Von nichts kommt nichts.“ Die Allgäuerin schält sich mit dem ersten Hahnenschrei aus dem Bett, geht zum Schulunterricht aufs Gymnasium in Oberstdorf (oder wahlweise auf Wettkampf-Reise), kommt mittags nach Hause zum Essen und gibt in der zweiten Tageshälfte nach den Hausaufgaben, wenn manche in ihrem Alter sich der Magie des Chillens hingeben, so richtig Gas. Bis zu sechs Mal in der Woche trainiert die Skispringerin. Kraft und Konzentration verbessern, Technik und Ausdauer. Leistungssport auf hohem Niveau: Den Satz, dass das Sportlerleben oft kein Zuckerschlecken ist, kann man sich im Grunde genommen sparen. Wir schreiben ihn dennoch, um zu unterstreichen, dass beim Sport nicht nur Physis, sondern auch Psyche wichtig ist.

„Angst ist fehl am Platz“

„Natürlich spielt der Wille eine große Rolle“, sagt Althaus und sie betont: „Angst darf man auch keine haben.“ Die hatte sie nie. Auch damals nicht, als sie als kleines Mädchen an der Schanze stand, dem Bruder beim Springen zuschaute und dem Vater verkündete: „Das möchte ich auch ausprobieren.“ Wer wie Katharina Althaus mit Skisprungschanzen vor der Haustüre aufwächst, kommt an diesen gewaltigen Dingern nicht vorbei. Irgendwann stand sie oben auf der Schanze, ging in die Hocke und nahm das Abenteuer in Angriff. „Das Gefühl zu fliegen, ist unbeschreiblich“, verrät sie. Unbeschreiblich schön, meint sie.

Die halbe Miete

Nun ist das aber keinesfalls so, dass die Oberstdorferin während der Flugphase nur den Blick über die Landschaft schweifen lässt oder sich überlegt, wie sich ein Adler im Sturzflug fühlen müsse. "Man konzentriert sich“, klärt die 18-Jährige auf. Auf die optimale Haltung, auf die Position der Ski, auf die Landung. Das Konzentrieren zum richtigen Zeitpunkt sei vielleicht die halbe Miete beim Skispringen. Auch das gehört zum täglichen Trainingsprogramm. Was letztlich am Skispringen faszinierend ist für sie? „Ich übe eine Sportart aus, die nicht jeder einfach so ausprobieren kann“, sagt sie. Wie Fußball oder Schlittschuhlaufen. Der Gedanke lässt sich nachvollziehen. Vor allem, wenn man schon oben auf einem Sprungturm gestanden ist und hinunterblickte in die Tiefe. Es würde mit Sicherheit bei einem Versuch bleiben, diese Sportart kennen zu lernen. Ach ja: Nach dem Training ist für sie der Tag noch nicht zu Ende. Dann greift sie zum Flügelhorn. Auch so eine Leidenschaft von ihr.

Der Zeitplan

Freitag, 23. Januar
15 Uhr: Training
16.15 Uhr: Qualifikation
19 Uhr: Präsentation

Samstag, 24. Januar
15 Uhr: Probedurchgang
16.15 Uhr: 1. Wertungsdurchgang,
anschließend
Finaldurchgang
19 Uhr: Siegerehrung

Sonntag, 25. Januar
15 Uhr: Probedurchgang
16.15 Uhr: 1. Wertungsdurchgang,
anschließend
Finale und Siegerehrung

Text: Freddy Schissler AZ